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07.06.2000

20:28 Uhr

Reuters HONIARA. Zwei Tage nach dem Umsturzversuch auf den Salomoninseln haben die Rebellen Ministerpräsident Bartholomew Ulufa'alu aus dem Hausarrest entlassen. Staatsminister Alfred Sasako sagte in der Hauptstadt Honiara, der Regierungschef sei am Morgen seiner Leibwache übergeben worden. Nächste Woche soll er sich im Parlament einem Misstrauensvotum stellen. Die aufständische Malaita Adlerstreitmacht hatte am Montag die Kontrolle über Honiara übernommen und liefert sich seither offene Straßenkämpfe mit einer rivalisierenden Miliz. Zwei EU-Parlamentariern gelang derweil unter dramatischen Umständen die Flucht, nachdem ihr Flugzeug beim ersten Startversuch unter Beschuss geraten war.

Sasako sagte, der Ministerpräsident sei sehr erleichtert über seine Freilassung. Allerdings sei er wegen der Kämpfe zwischen den Milizen in großer Sorge um sein Land und werde sich darum bemühen, das beide Seiten die Waffen schweigen ließen.

Nach Angaben des Anführers der Malaita-Miliz, Andrew Nori, gab es bei Kämpfen mit der rivalisierenden Isatabu- Freiheitsbewegung am Mittwoch offenbar Dutzende Tote. Er forderte die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe auf die Inselgruppe im Südpazifik, um das Land zu stabilisieren. Der neuseeländische Außenminister Phil Goff warnte unterdessen im US-Fernsehsender CNN davor, dass die Salomonen in einen Bürgerkrieg abgleiten könnten.



Warnung an Fidschi

Uno-Generalsekretär Kofi Annan warnte die Putschisten auf den Salomonen und den ebenfalls im Südpazifik gelegenen Fidschi- Inseln unterdessen, ihnen sei die internationale Ächtung gewiss. Die Welt habe sich geändert und die Demokratie sei überall auf dem Vormarsch, sagte Annan in New York. Die Staatengemeinschaft sei nicht länger bereit, Putschisten in ihrer Mitte zu dulden.

Bei Kämpfen zwischen den rivalisierenden Milizen sind in den vergangenen anderthalb Jahren auf den Salomonen bereits rund 60 Menschen ums Leben gekommen.

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