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17.01.2001

19:00 Uhr

kg WIEN. Die Anfang November 2000 gestartete Osteuropa-Börse Newex, ein Joint-Venture von Wiener und Deutscher Börse (je zur Hälfte) kommt nur mühsam vom Fleck. Es gab sogar Handelstage ohne Umsätze. Derzeit werden neue Anreize gesucht.

Newex-Vorstand Erich Obersteiner bestätigt im Gespräch mit dem Handelsblatt den enttäuschenden Start: "Wir haben sicher mehr erwartet. Die Umsätze liegen am unteren Ende. Ja, an einigen Tagen gab es überhaupt keine Umsätze." In den Monaten November und Dezember wurden gesamt nur 30 Mill. Euro umgesetzt. Zwar litten die Börsen derzeit generell unter der schlechten Stimmung, so wären die Umsätze von Osttiteln an deutschen Börsen im November gegenüber März 2000 auf ein Fünftel gesunken, doch sieht Obersteiner die gravierendere Barriere im "erklärungsbedürftigen Marktmodell der Newex". Denn hier bildet sich der Kurs nicht aus Angebot und Nachfrage, sondern aus der "Liquidity-Provider". Eine Art Market-Maker stellt die Erfüllung von Aufträgen mit verbindlichen An- und Verkaufskursen sicher. Als Sofortmaßnahme gibt die Newex jetzt eine Bestpreisgarantie für die Konditionen der gehandelten Aktien ab, stellt also bessere Konditionen für die jeweilige Aktie an anderen Börsenplätzen ein.

Probleme gab es laut Obersteiner auch mit der zeitlichen Abwicklung. Während "an deutschen Börsen T+2 draufsteht" , was so viel heißt, wie zwei Tage nach Auftragserteilung, "aber nicht immer drin ist, was dort nichts macht, weil es keine Sanktionen gibt, werden in Wien drakonische Strafzinsen kassiert". Weshalb die Newex von "den zu ambitionierten T+2" auf T+5 übergeht. Zudem werden die Strafzinsen von 0,5 % pro Tag in der ersten Woche und 1 % pro Tag ab der zweiten Woche auf 0,1 bzw. 0,2 % pro Tag reduziert, "womit aber ein disziplinierender Effekt bleibt", so Obersteiner.

Erleichtert wird auch die Börsenzulassung. Potenzielle Mitglieder müssen immer noch administrative Hürden überwinden. Obersteiner will deshalb "Mitgliedschaften im Austausch" ermöglichen. Er räumt ein, dass trotz der 93 gelisteten Aktien das Angebot noch beschränkt sei. Denn im Elite-Segment sind es weiterhin nur acht Werte; das IPO-Segment wartet weiter auf seine Premiere.



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