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15.01.2001

21:06 Uhr

Noch heute Abend interne Beratungen bei Kirch

Kirch erwägt Abbruch der Gespräche mit EM.TV

Die Kirch-Gruppe denkt nach Angaben aus den Verhandlungen nahe stehenden Kreisen über einen Abbruch der Gespräche über einen Einstieg bei der EM.TV & Merchandising AG nach. "Die Verhandlungssituation ist so verfahren, dass ein Abbruch der Gespräche möglich erscheint", hieß es am Montagabend in den Kreisen.

Reuters MÜNCHEN. Noch am Abend plane Kirch interne Beratungen über den Verlauf der Gespräche. Es sei jedoch unsicher, ob dabei schon Entscheidungen fielen, hieß es. EM.TV-Sprecher Michael Birnbaum sagte Reuters dagegen, bei den Verhandlungen gebe es keine Probleme, die über ein normales Maß hinaus gingen. "Es gibt aber noch viele Punkte, die abgearbeitet werden müssen", sagte er.

In den Verhandlungskreisen hieß es dazu weiter: "Es mangelt seitens des EM.TV-Vorstands und des Aufsichtsrats weiterhin an Entscheidungen, die für einen erfolgreichen Abschluss notwendig sind." Möglicherweise hoffe EM.TV noch auf einen anderen Bieter, der das Unternehmen besser stellen würde als Kirch. Ein Sprecher von Kirch sagte, die Gespräche befänden sich in einer kritischen Phase. Den Stand der Verhandlungen wolle er nicht kommentieren. EM.TV und der Medienkonzern hatten Anfang Dezember vereinbart, dass sich Kirch mit bis zu 16,74 Prozent an dem angeschlagenen Unternehmen beteiligen werde und im Gegenzug seine Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen "Junior TV" an EM.TV abgeben werde. Zudem sollte Kirch 49 Prozent der EM.TV-Beteiligung an der Formel-Eins-Gesellschaft SLEC gegen 550 Millionen Dollar in bar erhalten.

Anfang Januar hatte sich Kritik an EM.TV-Aufsichtsratschef Nickolaus Becker entzündet. In Kirch nahe stehenden Kreisen war damals seine Ablösung gefordert worden. Becker, der EM.TV auch bei zahlreichen Akquisitionen beraten hatte, hintertreibe eine Einigung, hieß es. Die Handlungsfähigkeit des EM.TV-Vorstands sei immer noch erheblich eingeschränkt, hieß es am Montag. Der Chef des EM.TV-Aufsichtsgremiums hatte Rücktrittsforderungen zurückgewiesen, jedoch erklärt, er wolle einem Abschluss mit Kirch nicht im Wege stehen.

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