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30.01.2003

18:35 Uhr

Nordkorea beharrt auf direkten Verhandlungen mit den USA

Nordkorea nennt Bushs Rede „Aggressionserklärung“

Das kommunistische Nordkorea hat die Rede an die Nation von US-Präsident George W. Bush als "unverhüllte Aggressionserklärung" bezeichnet. In einer am Donnerstag von der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang wurde Bush zugleich als "schamloser Scharlatan" beschimpft, der "schwarz und weiß direkt unter den Augen der Welt umkehrt".

HB/dpa SEOUL/GENF. Es war die erste direkte Reaktion Nordkoreas auf Bushs Rede vom Dienstagabend.

Bush hatte gesagt, dass sich das Regime in Pjöngjang nur dann den Respekt der Welt erwerben könne, wenn es sich von seinen nukleare Ambitionen abwende. Der US-Präsident nannte den nordkoreanischen Staat ein "Unterdrückungsregime, (das) ein Volk in Angst und Hunger regiert". Zugleich bekräftigte er allerdings, dass Washington im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm in Absprache mit anderen Ländern eine friedliche Lösung wolle.

Bush hatte Nordkorea in seiner Rede an die Nation vor einem Jahr zusammen mit dem Irak und Iran zu einer "Achse des Bösen" gezählt. Bereits damals hatte Nordkorea kritisiert, dass die Rede eine Form der Kriegserklärung sei.

Bushs Bemerkungen seien rücksichtslos und reflektierten die derzeitige Politik der US-Regierung, hieß es in dem KCNA-Bericht. "Die politische Rede ist im Kern eine unverhüllte Erklärung der Aggression, um das System der Volksrepublik (Nordkorea) zu stürzen". Bush versuche die öffentliche Meinung zu täuschen, indem er ein Gerücht verbreite, dass hauptsächlich Nordkorea für das Nuklearproblem verantwortlich sei.

Auch wiederholte Nordkorea seine Forderung nach direkten Verhandlungen mit den USA über die Nuklearfrage und der Unterzeichnung eines Nicht-Angriffspaktes. Die USA lehnen einen solchen Vertrag jedoch ab. Bush hatte Nordkorea ein umfangreiches Hilfspaket in Aussicht gestellt, falls der kommunistische Staat zum Verzicht auf sein umstrittenes Atomprogramm bereit sei.

Gleichzeitig warf der nordkoreanische Botschafter in der Schweiz US-Außenminister Colin Powell vor, die Öffentlichkeit belogen zu haben. Powell habe jede Absicht der USA zurückgewiesen, Nordkorea in einer Militäraktion angreifen zu wollen. Dies sei eine Lüge. Washington hege sehr wohl Pläne, gegen das kommunistische Land Krieg zu führen. In seiner Erklärung erinnerte der Diplomat an die Aussage von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, die USA seien in der Lage, zwei Kriege gleichzeitig zu führen.

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