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15.01.2003

17:30 Uhr

Nordkorea fordert Nichtangriffspakt von den USA

Nordkorea wirft USA Täuschungsmanöver vor

Nordkorea hat ein Gesprächs- und Hilfsangebot der USA in dem jüngsten Streit um sein Atomprogramm als Täuschungsmanöver bezeichnet. "Es ist offensichtlich, dass das US-Gerede über einen Dialog nur ein Täuschungsmanöver ist, um die Weltöffentlichkeit hinters Licht zu führen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA das nordkoreanische Außenministerium am Mittwoch.

Reuters SEOUL. US- Präsident George W. Bush hatte Nordkorea zuvor Lebensmittel- und Energiehilfen für den Fall in Aussicht gestellt, dass das Land sein Atomprogramm aufgibt. China und Russland boten sich als Vermittler in dem Streit an.

"Das laut vorgetragene US-Angebot von Energie- und Lebensmittelhilfen ist ein Luftschloss, da sie nur möglich wären, wenn Nordkorea völlig entwaffnet wäre", teilte des nordkoreanische Außenministerium weiter mit. Der Streit um das Atomprogramm könne nur durch einen Nichtangriffspakt zwischen den USA und Nordkorea beendet werden. Diese Forderung hat die kommunistische Regierung Nordkoreas wiederholt gestellt. Zudem erwartet das wirtschaftlich ruinierte Land nach eigenen Angaben weitere Wirtschafthilfen.

Bush hatte am Vortag gesagt, wenn Nordkorea auf sein Atomwaffenprogramm verzichte, werde er wieder ein Gesprächsangebot über Hilfslieferungen in Erwägung ziehen. Nordkorea müsse zuerst jedoch sein Atomprogramm einstellen. Nach US-Angaben hatte Nordkorea im Oktober eingeräumt, dass es vertragswidrig sein Atomwaffenprogramm fortgesetzt hat. Nordkorea bestreitet ein solches Eingeständnis. Die USA stellten als Reaktion zugesagte Heizöllieferungen ein, woraufhin Nordkorea die Inbetriebnahme eines stillgelegten Atomreaktors ankündigte, Uno-Inspektoren auswies, den Atomwaffen-Sperrvertrag aufkündigte und neue Raketentests in Erwägung zog.

Der US-Sondergesandte für Asien, James Kelly, traf in Peking Vize-Außenminister Li Zhaoxing. China hatte sich zuvor für direkte Gespräche zwischen den USA und Nordkorea ausgesprochen und sich als Gastgeber angeboten. Auch Russland kündigte an, seinen Vize-Außenminister Alexander Losjukow nach Nordkorea, China und die USA schicken. China und Russland unterhalten enge Beziehungen zu dem international weitgehend isolierten Nordkorea.

Die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) begrüßte die Ankündigung Russlands, einen Vermittler zu schicken. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei sagte nach Gesprächen in Moskau: "Die Bestandteile einer Lösung liegen auf dem Tisch. Wir brauchen nur einen ehrlichen Makler oder einen Gesprächspartner, um sie zusammenzusetzen."

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