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11.03.2003

13:39 Uhr

Nordkorea warnt vor militärischer Aktion

China mahnt Nordkorea zur Zurückhaltung

Nach dem neuen nordkoreanischen Raketentest hat China tief besorgt alle Parteien zur Zurückhaltung aufgerufen. In einem Telefonat mit US-Präsident George W. Bush äußerte Präsident Jiang Zemin die Hoffnung, dass alle "Ruhe bewahren und Schritte vermeiden, die die Lage angespannter machen könnten".

HB/dpa PEKING/SEOUL. Nordkorea warnte am Dienstag über seine amtlichen Medien die USA davor, im Konflikt um sein Atomprogramm zur militärischen Option zu greifen, die zu einer "katastrophalen Lage" führen werde. Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun betonte die Rolle des militärischen Bündnisses mit den USA für die Sicherheit seines Landes.

In einer direkten Reaktion auf den zweiten Test einer nordkoreanischen Schiffszielrakete in nur zwei Wochen über dem Japanischen Meer am Montag sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking, es solle nichts mehr unternommen werden, was zu einer Eskalation beitragen könnte. "China hofft, dass die betroffenen Parteien Besonnenheit und Zurückhaltung zeigen."

Im Gespräch mit Bush sagte Jiang Zemin, China stimme mit den USA überein, den Atomstreit mit Nordkorea friedlich durch Dialog lösen zu wollen. Bush setzte sich für multilaterale Gespräche ein. Jiang Zemin sagte, die Form des Dialogs sei nicht das wichtigste. Entscheidend seien die Ernsthaftigkeit beider Seiten, der Inhalt und das Ergebnis. Der Dialog müsse dem Ziel förderlich sein, die koreanische Halbinsel von Atomwaffen freizuhalten, sagte Jiang Zemin laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

In einem Kommentar der offiziellen nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun" wurde Nordkoreas Forderung nach bilateralen Gesprächen bekräftigt. Es seien Nordkorea und die USA, die in Konfrontation zueinander stünden. Den USA wurde vorgeworfen, sich mit multilateralen Gesprächen aus ihrer Verantwortung stehlen zu wollen. Der Raketentest war als Versuch Nordkoreas angesehen worden, Druck auf die USA auszuüben, um direkten Verhandlungen zuzustimmen. Der Test fiel mit einem Großmanöver der USA und Südkoreas im Süden der geteilten Halbinsel zusammen.

"Die Allianz zwischen Südkorea und den USA muss weiter verstärkt werden, an diesem Prinzip hat sich nichts geändert", sagte Südkoreas Präsident am Dienstag bei einer Zeremonie der Militärakademie in Seoul. Die gemeinsame Verteidigungsstellung beider Länder leiste einen großen Beitrag für die nationale Sicherheit. Angesichts einer geplanten Umverlegung von US-Truppen und Stützpunkten in Südkorea sagte Roh, die Pläne dafür seien "nichts neues". "Wichtig ist, gründlich vorbereitet zu sein." Südkorea müsse mit jeder Veränderung in der Zukunft umgehen können, forderte Roh.

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