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07.01.2004

08:44 Uhr

Norweger Sigurd Pettersen gewinnt drei von vier Springen der Vierschanzentournee

So fliegt nur einer durch die Lüfte

VonBenedikt Voigt (Handelsblatt)

Der Norweger Sigurd Pettersen gewinnt drei von vier Springen der Vierschanzentournee und sichert sich damit überlegen den Gesamtsieg. Für die deutschen Fans gab es dieses Mal wenig Grund zum Feiern. Sven Hannawald wurde nur Zwölfter.

BISCHOFSHOFEN. Die letzte Gefahr lauerte am Boden. So schnell rannte der Skispringer Sigurd Pettersen vor dem zweiten Durchgang durch einen schmalen Gang an der Paul-Ausserleitner-Schanze von Bischofshofen, dass er drohte, auf schneeglattem Boden auszurutschen. Er selber erkannte die Gefahr nicht, sondern drehte sich noch im Vorbeilaufen einigen Bekannten zu und rief: "Wir sprechen später." Der 23-Jährige, der immer so nervös vor seinem ersten Sprung ist, hatte es eilig, wieder hoch auf die Schanze zu kommen. Er grinste dabei jedoch über das ganze Gesicht, weil er wusste: Er hatte die Vierschanzentournee bereits vor dem letzten Sprung gewonnen hat.

In der Luft kann Sigurd Pettersen gegenwärtig nichts gefährden. Entsprechend locker flog der Norweger im zweiten Durchgang so weit wie kein anderer. Seine Sprünge auf 132,5 und 133,5 Meter brachten Pettersen im vierten Springen der Vierschanzentournee den dritten Sieg. Kein anderer sprang derart konstant. Entsprechend groß war schließlich sein Vorsprung in der Gesamtwertung: 35,1 Punkte. Am nächsten kam ihm noch der Österreicher Martin Höllwarth, der in Bischofshofen auf Rang fünf landete. Zu den positiven Überraschungen dieser Tournee zählt auch der Gesamt-Drittplatzierte Peter Zonta, der in Bischofshofen auf Rang zwei sprang. Der Slowene hatte in Innsbruck mit seinem Sieg verhindern können, dass Pettersen wie Sven Hannawald vor zwei Jahren alle vier Springen gewinnen konnte.

Eine Bilanz, die dem 29-Jährigen seit gestern wie eine Nachricht aus einer anderen Epoche vorkommen muss. Hannawald sprang in Bischofshofen lediglich auf Rang 22 und schwänzte enttäuscht auch noch das abschließende TV-Interview. Auch Martin Schmitt behielt mit Rang 16 das Leistungsniveau dieser Tournee bei. "Vielleicht haben wir im Sommer zu viel trainiert", mutmaßte der 25-Jährige. So mäßig war das Ergebnis seiner Stars, dass Bundestrainer Wolfgang Steiert zum ersten Mal selbstkritische Worte fand. "Ich muss mir an die eigene Nase fassen, dass die beiden Topstars nicht vorne dabei sind." Abgesehen von Georg Späths dritten Platz in Garmisch-Partenkirchen belegte das deutsche Team keinen einzigen der Spitzenplätze. Dies ist die schlechteste Bilanz bei einer Vierschanzentournee seit der Saison 1991/92, als es kein einziger deutscher Springer unter die ersten drei schaffte.

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