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28.03.2003

19:10 Uhr

NRW macht Druck

Urlauber können auf weniger Ferienstaus hoffen

Urlauber in Deutschland können von 2005 an auf weniger Staus in der Ferienzeit hoffen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) drängte die Kultusminister, sich bis Juni 2003 auf eine Neuregelung der Ferien in Deutschland zu einigen. Andernfalls würden die Regierungschefs die Sache an sich ziehen. "Sollte das nicht klappen, werden die Ministerpräsidenten nach Lage der Dinge ihre Chefs der Senats- und Staatskanzleien beauftragen", sagte Steinbrück am Freitag im ARD -"Morgenmagazin".

HB/dpa BERLIN. Die Ministerpräsidenten hatten die Kultusministerkonferenz am Donnerstag beauftragt, eine Neuordnung der Sommerferientermine von 2005 an auszuarbeiten. Damit soll zur Entlastung von Straßen und Ferienorten die Gesamtferienzeit im Sommer von jetzt 71 auf 90 Tage zu strecken. Dabei sollten auch Aspekte von Tourismus, Verkehrs und Umweltpolitik berücksichtigt werden. Ziel ist es, den Beginn der Ferien in allen Ländern wieder rotieren zu lassen.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Karin Wolff (CDU), forderte Kompromissbereitschaft. "Der Block der Länder Nordrhein- Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg in der zweiten Hälfte der Sommerferien muss entzerrt werden. Eines dieser Länder muss sich bereit erklären, seine Termine vorzuziehen", sagte die sie der "Sächsischen Zeitung" (Samstag).

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) begrüßte die geplante Entzerrung der Schulferientermine für die Sommerferien. Das derzeitige Modell, das in diesem Sommer erstmals greife, sei für Tourismuswirtschaft, Straßenverkehr und Familien mit schulpflichtigen Kindern unvernünftig, sagte er in Schwerin. Kapazitäten in Tourismusgebieten würden möglicherweise nicht ausreichen.

1999 hatte sich die Kultusministerkonferenz auf eine Neuordnung der Sommerferien für die Jahre 2003 bis 2008 geeinigt. Im Sommer 2003 werden danach die Menschen der drei bevölkerungsreichsten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen fast zeitgleich Ende Juli in den Urlaub fahren.

Der Autofahrerverband ADAC nannte die geplante Neuregelung einen Schritt in die richtige Richtung. Es bleibe abzuwarten, wie und ob sich die Länder politisch einigen würden, sagte ein ADAC-Sprecher in München. Die jetzige Regelung sei nicht besonders geglückt. Im Sommer 2003 werde am letzten Juli-Wochenende und den ersten beiden Wochenenden im August auf den Straßen "Land unter" sein. Vor allem Familien mit Kindern, die an Ferientermine gebunden seien, würden noch stärker von Problemen der Hauptsaison betroffen sein.

Auch bei Tourismusverbänden stößt eine Neuregelung auf Zustimmung. Für den kommenden Sommer gebe es in den Ferienhochburgen an der Nord- und Ostsee ein Gerangel um Quartiersplätze innerhalb der gedrängten Ferienzeit, sagte eine Sprecherin der Tourismusagentur Schleswig- Holstein. Das führe auch zu einem Anstieg der Preise. Außerhalb der Ferienfrist seien dagegen schlechte Buchungszahlen zu beklagen.

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