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08.02.2001

15:41 Uhr

Nur 36 % der Deutschen sind für die Aufnahme weiterer Länder

Deutsche möchten keine EU-Erweiterung

Eine neue EU-Umfrage entlarvt die Deutschen als Bremser für die Aufnahme weiterer Länder in die Europäische Union. Nur 36 % der Deutschen sind für die EU-Erweiterung. Dagegen liegt der EU-weite Zuspruch bei 44%.

EUROPA/UMFRAGE Umfrage - Deutsche mehrheitlich gegen EU-Erweiterung= Reuters BRÜSSEL. Die Bundesbürger sind nach einer EU-Umfrage mehrheitlich gegen eine Erweiterung der Europäischen Union (EU). Nach einer am Donnerstag in Brüssel von der EU-Kommission vorgelegten Erhebung sagten 36 % der befragten Deutschen, sie unterstützten die Aufnahme neuer Länder, 43 % sprachen sich dagegen aus. Im EU-Durchschnitt sprachen sich indes 44 % der Befragten für die Erweiterung aus. Die geringste Zustimmung fand die Aufnahme neuer Länder mit 31 % in Großbritannien. Die Haltung der Deutschen zur EU insgesamt ist nach der Erhebung aber positiver geworden, auch stieg das Vertrauen in die EU-Kommission.

In der im Herbst vorgenommenen Erhebung sagten 48 % der befragten Deutschen, die EU-Mitgliedschaft sei eine gute Sache. Im vergangenen Frühjahr waren es sieben Prozent weniger gewesen. Im EU-Durchschnitt sahen 50 % (Frühjahr: 49 %) der insgesamt 16 000 Befragten die EU-Mitgliedschaft als positiv an. Das Vertrauen in die EU-Kommission stieg in Deutschland um zwei Prozent auf 36 % der Befragten. EU-weit unterstützten 46 % die EU-Kommission unter Präsident Romano Prodi.

Die Unterstützung für den Euro nahm in der Bundesrepublik der Umfrage zufolge dagegen leicht ab. 47 % und damit drei Prozent weniger als bei der letzten EU-Umfrage unterstützten die Gemeinschaftswährung. Deutliche Unterschiede ergaben sich zudem zwischen West- und Ostdeutschland. Während unverändert 50 % der im Westen Deutschlands befragten Bürger für den Euro waren, sank die Zahl der Befürworter im Osten um elf Prozent auf 36 %. 55 % der Ostedeutschen waren zudem gegen den Euro - 13 % mehr als im Frühjahr. In der gesamten EU vertrauten 55 % der Befragten der Gemeinschaftswährung - drei Prozent weniger als im Frühjahr. Die höchste Zustimmungsrate fand der Euro mit 79 % in Italien, die geringste mit 21 % in Großbritannien, das die Gemeinschaftswährung nicht eingeführt hat.

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