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05.03.2003

16:56 Uhr

Nur noch Profis sollen zur Internationalen Raumstation fliegen

Überreste der Columbia werden wie in einem Puzzle zusammengetragen

Mehr als einen Monat nach dem Absturz der US-Raumfähre Columbia am 1. Februar geht die Suche nach der Unfallursache weiter. Im Kennedy-Weltraum-Zentrum in Florida werden zurzeit die gefundenen Überreste der Columbia wie in einem riesigen Puzzle zusammengetragen. Die Fachleute erhoffen sich davon Hinweise, die zur Klärung des Absturzes beitragen können

aj DÜSSELDORF. Im Vordergrund der Überlegungen steht nach wie vor die Beschädigung der Hitzeisolierung bereits beim Start. So wurde jetzt bekannt, dass bereits beim Abheben des Shuttles sich ein etwa 30 mal 30 Zentimeter großes Stück von der Columbia löste. Das entspricht genau der Größe einer Hitzeschutzkachel.

Nasa-Chef Sean O?Keefe widersprach Ende vergangener Woche Gerüchten, dass die Crew in der Höhe ohnehin nicht hätte gerettet werden können. Wäre eine schwere Beschädigung des Shuttles vor der Rückkehr zur Erde festgestellt worden, hätte die Nasa "nichts unversucht gelassen, um die Katastrophe zu verhindern", sagte. Er verwies auf die "Apollo 13"-Besatzung, auf deren Mondflug 1970 ein Sauerstofftank explodiert war. Nasa-Ingenieure hätten auch damals einen Weg gefunden, die Männer aus der prekären Lage sicher zur Erde zurückzubringen.

Als Folge des Columbia-Unglücks haben inzwischen Amerika, Russland und Europa ihr bemanntes Raumflugprogramm umgebaut. Nach dem Columbia-Absturz sind jetzt nur noch Profis im All gefragt. Die Nasa und ihr russisches Gegenstück Rosaviakosmos betonen, dass zunächst nur noch Astronauten auf die Internationale Raumstation ISS geschickt werden, die sich dort mit den amerikanischen und russischen Systemen auskennen. So werden am 5. Mai die erfahrenen Raumpiloten Juri Malenschenko - ein 41-jähriger Kosmonaut aus der Ukraine - und sein ebenfalls weltraumerfahrener US-Kollege Ed Lu zur ISS starten. Sie lösen Ken Bowersox, Donald Pettit und Nikolai Budarin auf der ISS ab, die eigentlich schon in diesen Tagen von der Raumfähre Discovery nach Hause geholt werden sollten. Die Astronauten werden aus Kostengründen künftig nicht, wie sonst üblich, vier, sondern sechs Monate an Bord bleiben.

Inzwischen trainieren Bowersox und Pettit an Bord der ISS für den Notfall. Sie müssen nun zu zweit versuchen, die einem schweren Taucheranzug ähnelnden Schutzanzüge für Arbeiten außerhalb der ISS anzulegen - eine Arbeit, die zuvor von drei Astronauten bewältigt wurde.

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