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12.01.2001

13:22 Uhr

Nur Zürich schwächer

Stimmung an den europäischen Börsen hellt sich auf

Die europäischen Börsen haben beflügelt von einer Rally bei Technologie-, Medien- und Telekommunikationswerten (TMT) zum Wochenausklang freundlich tendiert. Händler führten die kräftigen Gewinne im TMT-Sektor auf die starke Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq zurück.

rtr FRANKFURT. Es sei ein technisch wichtiges Signal, dass die enttäuschenden Zahlen von Handyhersteller Motorola und Yahoo! dem US-Markt nichts anhaben konnten, sagten Händler weiter. Ebenfalls im Aufwind präsentierten sich Energie-Werte, die von steigenden Ölpreisen und dem Ausblick auf eine mögliche Drosselung der Fördermengen profitierten. Klassische "Old-Economy"-Titel, wie Auto- und Einzelhandelswerte, seien derzeit weniger begehrt, hieß es weiter.

In New York hatte der technologielastige Nasdaq-Index am Donnerstag um 4,61 % auf 2640,57 Punkte zugelegt. Der Dow Jones war behauptet mit einem Plus von 0,05 % bei 10 609,55 Zählern aus dem Handel gegangen.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gewann 0,6 % auf 4467 Punkte, der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) legte um rund ein Prozent auf 4736 Punkte zu.



London: Öl-Titel profitieren

An der Londoner Börse kletterte der FTSE-Index beflügelt von TMT-Werten um 0,7 % auf 6161 Punkte. Profitieren konnte der Markt Händlern zufolge auch von den schwergewichtigen Öl-Titeln, die kräftig zulegten. BP Amoco verbesserte sich um rund zwei Prozent auf 557 Pence, Shell-Aktien tendierten um 2,3 % höher auf 551 Pence. Ein Plus von 2,6 % verzeichnete Indexschwergewicht Vodafone. Das Technologieunternehmen Logica gewann acht Prozent auf 1624 Pence dazu, Papiere von Sage kletterten um rund vier Prozent. Aktien des Informationskonzerns Reuters stiegen um 5,5 % auf 1080 Pence.



Zürich: gegen den Trend schwächer

Gegen den Trend schwächer präsentierte sich die Schweizer Börse. Der SMI-Index gab seine Anfangsgewinne wieder ab und notierte gegen Mittag um 0,8 % schwächer bei 7813 Zählern. Solange der Index die Widerstände bei 7890 und 7950 Punkten nicht überwinde, bleibe er charttechnisch in einem Abwärtstrend, sagten Analysten. Weiter abwärts ging es für die bereits am Vortag abgerutschten ABB-Aktien, die 1,7 % verloren. Nestle-Titel ermäßigten sich um 1,3 %. Die Titel seien stark überkauft, hieß es dazu am Markt. Großbank UBS setzten mit einem Minus von 0,55 % den Abwärtstrend vom Vortag weiter fort.



Paris: ST Microelectronic überrascht

Die französischen Aktienwerte kletterten im Einklang mit den anderen europäischen Börsen. Der CAC40 gewann 1,6 % auf 5 795 Punkte. Chartanalysten zufolge hat der Index jedoch erst bei einem Erreichen der 5.950-Punkte Chancen auf einen langfristigen Aufwärtstrend. Bei den Einzelwerten legte Chiphersteller ST Microelectronics um sechs Prozent auf 46 Euro zu, und gehörte damit zu den größten Gewinnern. Alcatel-Aktien sprangen um 4,7 %, Papiere des Mischkonzerns Vivendi gewannen rund vier Prozent auf 72 Euro. Auch Indexschwergewicht France Telecom verzeichnete mit 5,8 % ein deutliches Plus. Die im vergangenen Jahr gebeutelte Aktie habe nun eine Unterstützungslinie erreicht, sagten Händler. Negativ tendierten hingegen die Aktien des Baukonzern Lafarge, die 0,25 % abgaben.



Mailand: Kursverluste bei Banken

Der Mib30 hat an der Mailänder Börse 0,4 % bei 43 877 Punkten zugelegt. Zu den Gewinnern zählten Telecom Italia, die um 0,6 % auf 12,88 Euro stiegen. Das Schwergewicht Olivetti legte um 1,1 % auf 2,815 Euro zu. Finmeccanica gewannen 2,8 % dazu. Bei den Banken kam es hingegen überwiegend zu Kursverlusten. Händler begründeten dies mit der Umschichtung des Kapitals in die "New-Economy"- Bereiche. Banca di Roma verloren 0,6 %. Madrid: Repsol gewinnt hinzu

Kursgewinne bei Marktschwergewicht Telefonica haben den Ibex-Index an der madrilenischen Börse um rund 1,8 % auf 9873 Punkte steigen lassen. Telefonica kletterten um 3,8 % auf 19,88 Euro. Bei den Energietiteln gewannen Repsol dank steigender Ölpreise 2,2 % auf 18,66 Euro. Bei den Fusionskandidaten Endesa und Iberdrola fielen Endesa-Papiere um 0,5 %, Iberdrola-Titel gaben um 1,6 nach.

Amsterdam: Technologiewerte stützen

Die niederländischen Aktienwerte haben behauptet tendiert. Der AEX stieg um 0,5 % auf 641 Punkte. "Es gibt grünes Licht bei Technologiewerten, und alle stürzen sich wieder darauf. Das ist aber alles stimmungsabhängig, die Fundamentaldaten haben sich nicht geändert", sagten Händler. Zu den größter Gewinnern zählten UPC, die rund sieben Prozent auf 15,96 Euro zulegten. ASM Lithography-Titel verbesserten sich um rund sechs Prozent auf 29 Euro, Philips-Papiere stiegen um 2,8 %.



Wien: Telekom Austria gesucht

Bei geringen Umsätzen legte der ATX-Index an der Wiener Börse um rund ein Prozent auf 1091 Punkte zu. Gesucht seien vor allem Telekom Austria-Titel, sagten Händler. Die Papiere legten rund vier Prozent zu. Ebenfalls fester notierte auch Cybertron, die vier Prozent auf 5,34 gewannen. Die Stimmung sei allgemein gut, hieß es am Markt. "Sollten wir heute einen Schlusskurs von 1090 Punkten schaffen, könnte nächste Woche ein ATX über der 1100-er Marke möglich sein", sagte ein Händler.



Brüssel: Real Software unter Druck

An der Börse in Brüssel tendierte der BEL-20-Index im Einklang mit den Nachbarbörsen freundlich und legte 0,1 % auf 2992 Punkte zu. Unter Druck gerieten die Aktien der IT-Firma Real Software, die rund 14 % auf 3,86 Euro fielen. Die Aktie teste neue Tiefststände, sagten Händler. "Es sieht so aus, als ob Real Software alles gegen sich hätte", so ein Händler weiter. Die Aktie leide unter dem bevorstehenden Ausschluss aus dem Bel-20 und Rücktritts-Spekulationen um Konzernchef Rudy Hagemann. Kursgewinne bei Electrabel stützen hingegen die belgischen Aktienkurse. Die Papiere des Versorgers gewannen rund drei Prozent auf 235,7 Euro.



Stockholm: Rund 1 % fester

In Stockholm stieg der OMX-Index um rund ein Prozent auf 1066 Zähler. "Es fließt wieder frisches Kapital in den Markt", sagten Händler. Zulegen konnten die Schwergewichte Ericsson und Nokia. Ericsson-Titel gewannen 2,8 % auf 108,50 skr dazu, Rivale Nokia verbesserte sich um rund ein Prozent auf 385,50 skr. Pharmacia-Aktien verloren hingegen 13 Kronen auf 498 skr.

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