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02.04.2003

11:35 Uhr

OECD sieht geringere Rezessionsgefahr

Weniger als ein Prozent Wachstum in Europa

Die Konjunktur in Europa wird sich nach Einschätzung der OECD wegen des Irak-Krieges in diesem Jahr deutlich abschwächen. Das Wirtschaftswachstum werde sich im Vergleich zur Herbstprognose von 1,8 Prozent etwa halbieren und damit auf unter 1,0 Prozent sinken.

HB/dpa PARIS. Dies sagte der Chefökonom der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Jean-Philippe Cotis, der "International Herald Tribune" (Mittwochausgabe). Die Gefahr einer Rezession sei aber geringer, nachdem die alliierten Truppen die Kontrolle über die wichtigen Ölfelder im Irak übernommen hätten.

Da die Konjunktur in den größten europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich enttäuschend verlaufe, sollte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen deutlich senken, forderte Cotis. Die EZB habe dafür inzwischen reichlich Spielraum, zumal die Inflationsraten in Europa im Schnitt weiter unter dem Niveau von 2 Prozent lägen, was von der EZB als nicht Wachstum gefährdend angesehen werde. Der wichtigste Leitzins liegt derzeit bei 2,50 Prozent. Von der EZB-Ratssitzung an diesem Donnerstag in Rom werden keine Zinsbeschlüsse erwartet.

Das deutlich verschlechterte Investitions- und Konsumklima stelle einen "klaren Zinssenkungsfall" dar, sagte der OECD-Chefökonom. In Frankreich sind die Indizes für das Verbrauchervertrauen dem nationalen Statistikamt zufolge auf den tiefsten Stand seit Dezember 1996 gefallen. Eine am Mittwoch in Paris veröffentlichte Branchenumfrage zeigt auch einen drastischen Vertrauensverfall bei den mittelständischen Unternehmen.

Die Sicherung der Ölfelder im Irak habe zu den jüngsten Ölpreisreduzierungen beigetragen, erklärte Cotis. "Damit ist die Gefahr einer Rezession geringer als noch vor zwei Monaten". Die Abschwächung des Dollar halte er für "positiv für die Weltwirtschaft" und auch für die USA angesichts ihres hohen Zahlungsbilanzdefizits. Der Euro-Anstieg werde sich zwar auf die Exporte der europäischen Unternehmen auswirken, die Exporteure seien jedoch noch in einer günstigen Position.

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