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07.03.2003

12:09 Uhr

"Öl ist keine Waffe"

Opec berät weiteres Vorgehen

Die Ölminister werden beim turnusmäßigen Treffen der Opec am Dienstag in Wien weniger die aktuellen Preise und Quoten diskutieren, sondern eher über Konsequenzen im Falle von Kampfhandlungen in der ölreichen Golfregion beraten.

HB/dpa WIEN. Beim vorigen Treffen vor zwei Monaten hatten die Opec-Länder beschlossen, ihre Produktion auf 24,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag zu erhöhen, um damit das Preisniveau zu senken. Die Maßnahme griff nicht. Opec-Öl ist mit rund 32 Dollar je Barrel nach wie vor so teuer wie schon seit November 2000 nicht mehr. Ein Krieg im Irak würde nach Ansicht aller Experten den Rohstoff noch einmal massiv verteuern.

Die Opec will das verhindern, weil zu hohe Energiekosten nicht nur die Konjunktur drücken, sondern vor allem die Suche nach alternativen Energiequellen vorantreiben. Langfristig würde das zu einer dauerhaften Senkung der Nachfrage führen, was vor allem kleinere Opec-Staaten um ihre wirtschaftliche Grundlage bangen lässt.

Einer der Beschlüsse in Wien könnte daher sein, im Falle eines Irak-Krieges die vereinbarten Förderquoten vorübergehend auszusetzen. Dadurch sollen Engpässe in der Rohölversorgung vermieden und die Preise halbwegs gehalten werden. In der Praxis ist dies schon geschehen, produzieren die OPEC-Staaten ohnedies bereits am Rande ihrer maximalen Möglichkeiten, heißt es in der Organisation. OPEC - Generalsekretär Alvaro Silva-Calderon hat dagegen zuletzt eine Aufhebung des Quotensystems ausgeschlossen.

Streit könnte es auch über die schon mehrfach formulierte Drohung einiger islamischer Staaten geben, im Falle eines Irak-Krieges die USA und ihre Verbündeten mit einem Lieferboykott zu belegen. Ein Großteil der Opec-Staaten lehnt dies rundheraus ab. "Öl ist ein wirtschaftlicher Faktor und keine Waffe", meinte etwa Silva-Calderon kürzlich. Dazu kommt, dass einige Opec-Mitglieder mit den USA wirtschaftlich und teilweise auch militärisch zusammenarbeiten (Saudi-Arabien) oder sogar als Aufmarschgebiet der Amerikaner dienen (Kuwait, Qatar).

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