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20.02.2003

14:00 Uhr

Ölpreis könnte zu Kriegsbeginn auf rund 40 Dollar pro Barrel steigen

Studie: Irak-Krieg könnte drei Billionen Dollar kosten

Ein kurzer Krieg gegen Irak würde nach einer australischen Studie die Weltwirtschaft bis 2010 mit einer Billion Dollar belasten. Ein langer Krieg könnte die Kosten verdreifachen, teilten Warwick McKibbin von der australischen Notenbank und Andrew Stoeckel vom Zentrum für Internationale Wirtschaft am Donnerstag in Canberra mit.

Reuters CANBERRA. Wegen steigender Ölpreise, Sonderbelastungen der nationalen Haushalte und wirtschaftlicher Unsicherheit würde der Studie zufolge bei einem kurzen Krieg die Weltwirtschaftsleistung allein im Jahr 2003 um 173 Milliarden Dollar zurückgehen.

Auch bei einem kurzen Krieg könne die Weltwirtschaftsleistung in den kommenden Jahren um ein Prozent pro Jahr sinken, teilten die Forscher mit. "Die Schlussfolgerung lautet, dass sogar ein kurzer Krieg eine bedeutende und spürbare Auswirkung auf die Weltwirtschaft haben würde. Auf Basis der gegenwärtigen Projektion würde es aber nicht zu einer Rezession kommen."

Die Forscher entwickelten zwei Szenarien: das eines kurzen Krieges mit einer Wiederaufbauzeit von ein bis zwei Jahren und das Szenario eines fünf Jahre dauernden Krieges mit einer ebenso langen Wiederaufbauphase.

Die USA, die Irak mit einem Krieg drohen, sollte das Land nicht abrüsten, dürften die Hauptlast der Kriegskosten tragen. Bereits jetzt sind in der Golf-Region und deren Umgebung rund 180 000 US-Soldaten zusammengezogen.

Australien, Großbritannien als engster US-Verbündeter und mehrere weitere europäische Staaten würden der Studie zufolge ihre Haushalte stärker belasten, und Japan würde möglicherweise einen großen Teil der Wiederaufbaukosten übernehmen.

Außerdem dürften Irak und andere Länder im Nahen Osten erhebliche Mittel für die Verteidigung aufwenden.

Der Studie zufolge könnte der Ölpreis zu Kriegsbeginn auf rund 40 Dollar pro Barrel (1 Barrel = rund 159 Liter) steigen. Bei einem kurzen Krieg dürfte der Ölpreis rasch wieder fallen. Die marktführende Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstag in London rund 32,13 Dollar je Barrel.

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