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03.01.2002

07:33 Uhr

Offizielle Zahlen am 9. Januar

Experten: Vier Millionen im Dezember ohne Arbeit

Die aktuelle Winterarbeitslosigkeit ist nach Berechnungen von Experten bereits im Dezember 2001 über die Vier-Millionen-Marke gestiegen. Den Fachleuten zufolge waren im Weihnachtsmonat 4,015 Millionen Menschen ohne Arbeit.

dpa NÜRNBERG. Das wären 226 000 mehr als im November und rund 200 000 mehr als vor einem Jahr. Die offiziellen Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg am kommenden Mittwoch (9. Januar) bekannt geben. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung blieb im Dezember 2001 jedoch die Arbeitslosenzahl mit 3,95 Millionen unter der Vier-Millionen-Marke.

Unterdessen hat die Zahl der Erwerbstätigen 2001 in Deutschland trotz der einbrechenden Konjunktur einen Höchststand erreicht. Allerdings kam der seit Herbst 1997 anhaltenden Beschäftigungszuwachs im Laufe des Jahres zum Stillstand. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, waren im Jahresdurchschnitt 2001 nach vorläufigen Berechnungen rund 38,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Das waren 55 000 oder 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Einschätzung der Fachleute ist die Zahl der Erwerbslosen im Dezember im Vergleich zum Vormonat genauso stark gestiegen wie im Dezember des Krisenjahres 1998. Im vergangenen Winter war die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen erst im Januar über die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen geklettert.

Bezogen auf das Gesamtjahr wären damit im Jahr 2001 durchschnittlich 3,872 Millionen Menschen arbeitslos gewesen. Dies wären nur noch rund 15 000 weniger als im Jahresdurchschnitt 2000. Erwartungen vom Jahresanfang waren noch von einem Rückgang der Arbeitslosen von 200 000 bis 250 000 im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2000 ausgegangen.

Die befragten Experten machen für die im Dezember anhaltende Talfahrt auf dem Arbeitsmarkt hauptsächlich die lahmende Konjunktur verantwortlich. "Das dicke Ende kommt aber erst im Januar", meinte der Fachmann eines norddeutschen Wirtschaftsforschungsinstituts. Denn erst dann schlügen sich die zum Jahresende 2001 wirksamen Kündigungen nieder, gab er zu bedenken.

Hinzu komme der im Vergleich zum Dezember 2000 verhältnismäßig strenge Winter. "Wegen der schlechten Witterung ist vor allem in der besonders witterungsabhängigen Bauindustrie im Dezember einiges an Arbeitslosigkeit dazu gekommen", meinte ein Fachmann. Dies gelte vor allem für den Bau im Osten und Süden Deutschlands, wo es deutlich kälter gewesen sei als im Jahr davor.

Wie schon in den Monaten davor hatte auch im November die Zahl der Arbeitslosen deutlich zugelegt. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit lag die Erwerbslosenzahl Ende November bei 3 788 900. Die Arbeitslosenquote war im November von 9,0 auf 9,2 Prozent gestiegen. Binnen Monatsfrist hatte die Arbeitslosenzahl um 63 500 zugenommen. Im Vergleich zum November 2000 waren 143 700 mehr Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen.

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