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24.01.2003

20:35 Uhr

Oktobertief in Sicht

Dax geht geschwächt ins Wochenende

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag im späten Handel immer stärker an Boden verloren und sehr schwach geschlossen. Vor dem Hintergrund der schwachen US-Märkte scheine ein weiterer Rückfall wahrscheinlich, sagte ein Händler. "Die technische Lage ist verheerend, und es gibt bis zum Oktobertief bei 2 519 Punkten keine signifikanten Unterstützungen mehr", meinte ein Marktteilnehmer.

vwd FRANKFURT. Zwar sei im Bereich von 2 719 bis 2 724 Zählern eine kleinere Zwischenerholung möglich, doch dürfte die Talfahrt dort kaum enden. "Das Problem ist, dass jeder sich zurückhält und keiner kaufen will", erläuterte ein Händler. Die Anleger warteten auf den Zwischenbericht von Uno-Waffenkontrolleur Hans Blix, der am Montag vorgelegt werden soll. Einige Marktakteure rechnen bereits mit einem US-Angriff in der nächsten Woche.

Da sich auch die Situation bei den US-Indizes getrübt habe und ein Rückschlag des Dow-Jones auf 7 500 Punkte keineswegs ausgeschlossen werden könne, sei ein Ende der Dax-Verluste nicht in Sicht. "Sollte der Dow tatsächlich auf 7 500 fallen, wird der Dax wahrscheinlich auf 2 200 Punkte zurückgehen", prognostizierte ein technischer Analyst, der auch höhere Abgaben nicht ausschließen wollte.

Starke Verluste verzeichneten Lufthansa. Die schweizerische Investmentbank UBS habe die Aktie auf "Neutral" von "Buy" heruntergestuft, begründeten Marktteilnehmer die Abgaben. Ein steigender Ölpreis werde der Fluglinie erhebliche Probleme bereiten. Bereits vor zwei Tagen hatte Goldman Sachs die Prognosen für Airlines gesenkt. Lufhansa verloren 4 Prozent auf 8,34 Euro.

Unter Druck standen zudem Schering, die 2,4 Prozent auf 38,25 Euro abgaben. Die Titel seien unter wichtige charttechnische Unterstützungen gefallen, hieß es. Der seit November bestehende Seitwärtstrend zwischen rund 40 und 45 Euro sei bei guten Umsätzen nach unten durchbrochen worden. Darüber hinaus habe das Gerücht belastet, ein US-Pharmaunternehmen wolle ein Generikum für das Schering-Produkt "Yasmin" auf den Markt bringen. Sollte das stimmen, dürfte Schering empfindliche Einbußen bei ihrer "Cash-Cow" zu spüren bekommen, hieß es. Allerdings sei unklar, ob das Gerücht stimme.

In der zweiten Reihe verzeichneten Puma Gewinne. Die Sportaktien stiegen um 2,3 Prozent auf 62,90 Euro. Händler berichteten von Umschichtungen aus Adidas-Salomon. Morgan Stanley hat Puma zudem in einer Ersteinschätzung mit "Overweight" bewertet.

Deutliche Abgaben erlitten dagegen Dyckerhoff. Das Unternehmen hatte gemeldet, 400 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Eigentlich sei die Restrukturierung zu begrüßen, aber die Pläne deuteten auch darauf hin, dass Dyckerhoff in absehbarer Zeit nicht mit einer nachhaltigen Geschäftsbelebung rechne, hieß es aus dem Handel. Die Aktie gab bei mäßigen Umsätzen 10,8 Prozent auf 5,13 Euro ab.

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