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13.01.2003

18:30 Uhr

Opec erhöhte Fördermenge

Benzinpreise steigen um drei Cent

Die Mineralölunternehmen in Deutschland haben unter der Führung der BP am Montag die Benzinpreise um drei Cent je Liter angehoben. Diesel verteuerte sich um zwei Cent je Liter, teilten die Unternehmen am Montag in Hamburg und Bochum mit. Damit liegen die Benzinpreise nur noch rund zwei Cent unter ihrem bisherigen Höchststand vom Mai 2001.

Benzinpreise, Foto: dpa

Benzinpreise, Foto: dpa

HB/dpa BOCHUM. Im bundesweiten Durchschnitt kostet die meistgetankte Benzinsorte Super jetzt ungefähr 1,12 Euro. Der Rekordpreis hatte 2001 zum Beispiel im Netz der Aral 1,138 Euro je Liter Superbenzin betragen.

Am Sonntag hatten die Opec-Staaten eine Erhöhung ihrer Ölförderung von 23 Millionen Barrel am Tag um täglich 1,5 Millionen Barrel beschlossen. Die Opec strebt ein Preisband zwischen 22 und 28 Dollar je Barrel (159 Liter) an. Sprecher der Unternehmen begründeten die Preisrunde mit höheren Beschaffungskosten am europäischen Großmarkt für Mineralölprodukte in Rotterdam. So habe sich allein von Donnerstag auf Freitag der Preis für eine Tonne Superbenzin von 265 auf 282 Euro verteuert, sagte Detlef Brandenburg von Aral/BP in Bochum. Hintergrund seien nach wie vor die Produktionsausfälle in Venezuela, die den Markt psychologisch beeinflussten, und der Irak-Konflikt.

Dagegen habe sich der Beschluss der Opec, die Fördermengen zu erhöhen, bei den Rohölpreisen kaum dämpfend ausgewirkt. Die erhöhten Fördermengen seien erwartet gewesen. Das Ölkartell habe mit seinem Beschluss nur nachvollzogen, was ohnehin der Realität am Ölmarkt entspricht. "Die tatsächlich angebotene Ölmenge wird sich ab Februar kaum ändern", sagte Karl-Heinz Schult- Bornemann von der Exxon-Mobil. So sei es auch nicht überraschend, dass der Preis für Rohöl am Montag zunächst nur um 30 bis 40 Cent je Barrel (159 Liter) zurückgegangen sei.

Ohnehin ist der Einfluss der Opec auf den Rohölpreis in den vergangenen Jahrzehnten gesunken. Während das Kartell in den siebziger Jahren den Ölpreis praktisch diktieren konnte, versucht es heute durch seine Mengenpolitik Einfluss auf den Preis zu nehmen. Die Opec-Länder kontrollieren jedoch nur ein gutes Drittel der weltweiten Rohöl-Produktion. Speziell die europäischen Länder beziehen mittlerweile ihr Öl eher aus der Nordsee und aus Osteuropa. So stammen die deutschen Rohöl-Importe im wesentlichen aus Russland, Norwegen und Großbritannien. Die Opec-Länder sind mit weniger als einem Viertel an den Importen nach Deutschland beteiligt.

Die Opec hatte schon im letzten Dezember ihre Förderung um 1,3 Millionen Barrel am Tag angehoben. Die Erdölminister wollen auf ihrer nächsten Konferenz am 11. März in Wien die Wirkung der jüngsten Fördererhöhung auf die Preise beraten.

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