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10.04.2003

15:13 Uhr

Opec will Preis auf über 22 Dollar halten

Einnahme von Bagdad lässt Ölpreis weiter sinken

Parallel zu den militärischen Fortschritten der USA im Irak und dem rapiden Verfall der irakischen Regierung hat am Donnerstag auch der Preis für Rohöl weiter nachgegeben.

Reuters PARIS. Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Abdulla El Attiyah, kündigte in Paris an, die Opec werde sich gegen eine Unterschreitung der Opec-Untergrenze von 22 Dollar je Barrel (159 Liter) stemmen.

An der Londoner Warenterminbörse (IPE) sank der Preis pro Barrel der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai bis zum Mittag um 25 Cent auf 25 Dollar. Händler begründeten den Preisverfall mit den militärischen Fortschritten der USA im Irak. Während des Krieges hatte der Ölpreis zeitweise deutlich über 30 Dollar gelegen. Algeriens Ölminister Chakib Khelil sagte, sollten die Opec-Staaten ihren Öl-Ausstoß nicht auf die in der Opec vereinbarten Förderquoten zurückfahren, könnte der Preis pro Barrel sogar auf unter 20 Dollar fallen.

El Attiya sagte, entweder werde die überschüssige Produktion zurückgefahren oder es würden die Förderquoten gesenkt. "Wir haben beide Möglichkeiten." Die Opec strebt einen Ölpreis innerhalb einer Preisspanne von 22 bis 28 Dollar an. El Attiya sagte, alle Opec-Mitglieder seien sich über die Notwendigkeit eines Treffen einig. Dafür seien vier Termine zwischen dem 24. April und dem 07. Mai im Gespräch. Der Ölmarkt sei derzeit mit mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag überversorgt. Der Überschuss könne auf vier Millionen Barrel steigen, wenn die Ölproduktion in Nigeria wieder voll anlaufe und der Irak wieder Erdöl exportiere.

Händler an der IPE sagte, der Rückgang des Ölpreises sei durch Berichte begünstigt worden, US-Truppen und ihre kurdischen Verbündeten hätten rund um die irakischen Ölfelder von Kirkuk im Nordirak Fortschritte erzielt. Zudem sei der Preis durch den monatlichen Bericht der Internationalen Energie Agentur (IEA) gedrückt worden, wonach die importierenden Länder im zweiten Quartal ihre Ölvorräte problemlos für die Sommersaison wieder aufbauen können. Zugleich wies die IEA darauf hin, dass eine vorschnelle Begrenzung der Förderquoten durch die OPEC-Staaten unvernünftig sei.

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