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19.01.2001

20:48 Uhr

Optimistische Äußerungen der EU-Finanzminister kann Gemeinschaftswährung nicht beflügeln

Euro gibt wegen Anstiegs der US-Aktienmärkte nach

Der Euro hat am Freitag wegen der teils guten Verfassung der US-Aktienmärkte seine Kursgewinne vom Morgen wieder abgegeben und bis zu anderthalb US-Cents auf Kurse deutlich unter 0,94 $ verloren.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat am Freitag wegen der teils guten Verfassung der US-Aktienmärkte seine Kursgewinne vom Morgen wieder abgegeben und bis zu anderthalb US-Cents auf Kurse deutlich unter 0,94 $ verloren. Am Morgen beflügelte Händlern zufolge die anhaltende Unsicherheit über die US-Wirtschaft den Euro auf ein Tageshoch von 0,9504 $. Ein freundlicher US-Aktienmarktauftakt, vor allem an der Technologiebörse Nasdaq, drückte die Gemeinschaftswährung später deutlich bis auf 0,9340 $. Keinen Aufwind bekam der Euro von optimistischen Äußerungen der EU-Finanzminister zur Wirtschaft in der Euro-Zone. Auch der Rückgang des US-Verbrauchervertrauens konnte dem $ nichts anhaben.

Gegen 20.45 Uhr notierte der Euro mit 0,9340/45 $ gut einen halben US-Cent unter dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittag festgestellten Euro-Referenzwert von 0,9400 $. Zum Yen notierte die Gemeinschaftswährung am Abend mit 109,49/67 Yen.

Am Morgen hatte der Euro zunächst noch von dem am Donnerstag veröffentlichten starken Rückgang des US-Konjunkturindexes der Federal Reserve von Philadelphia und den damit verbundenen Sorgen über eine mögliche Rezession in den USA profitiert. Der Index war im Januar überraschend stark auf minus 36,8 von minus 4,2 im Dezember gefallen und hatte damit den tiefsten Stand seit einem Jahrzehnt ereicht.

Im Tagesverlauf büßte die Gemeinschaftswährung ihre Kursgewinne jedoch wieder ein, nachdem die US-Aktienfutures festere Kurse an der Wall Street voraussagten. Obwohl die Gewinne der US-Aktien recht bald zusammenschmolzen, konnte der Euro seine Talfahrt nicht bremsen und rutschte wieder unter 0,94 $.

Wenig Hilfe erhielt die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf von Äußerungen der Finanzminister der Euro-Gruppe, die auf ihrem Treffen in Brüssel prognostizierten, die Wirtschaft in der Euro-Zone werde in diesem Jahr stärker als die der USA wachsen. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte gesagt, die Debatte um den Außenwert des Euro werde sich damit erledigen.

Auch die unerwartete Rückgang des Verbrauchervertrauen im Januar, das die Universität Michigan veröffentlichte, konnte die Abwärtsbewegung des Euro am Nachmittag nicht stoppen. Das Verbrauchervertrauen in den USA hat im Januar das Zweijahrestief vom Dezember noch unterschritten. Der Index fiel nach vorläufigen Berechnungen auf 93,6 von 98,4 Punkten im Dezember. Von Reuters befragte Volkswirte hatten 99,0 prognostiziert.

Nach der ereignisreichen Woche in den USA wird ab Montag Händlern zufolge zunächst wieder die Euro-Zone im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Insbesondere der Ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember, der dann vom Münchener Ifo-Institut veröffentlicht wird, könne die Devisenmärkte bewegen. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem leichten Rückgang des Indexes auf 96,6 von 97,0 im November. Weitere Impulse sind im Wochenverlauf von den Erzeuger- und Außenhandelspreisen für Dezember sowie dem vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für Januar zu erwarten. Die Daten dürften zudem weitere Hinweise darauf geben, ob und wann es zu einer Zinssenkung in der Euro-Zone kommt. Nach der überraschend frühen Zinssenkung der US-Notenbank Fed am 3. Januar wird an den Märkten vermutet, die EZB werde ihre Geldpolitik ebenfalls im Frühjahr lockern. Am Donnerstag hatte die Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen.

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