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29.04.2003

08:58 Uhr

Optimistischer Flughafenbetreiber

Fraport will Manila-Flop vergessen machen

Nach der verlustreichen Abschreibung seines Terminal-Projekts in Manila will der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im laufenden Jahr wieder an die alte Ertragsstärke anknüpfen und ein Ergebnis von mehr als 500 Mill. ? erwirtschaften.

Reuters FRANKFURT. Trotz der Wirtschaftsflaute und des Irak-Krieges werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2003 über dem um die Manila-Abschreibung bereinigten Ergebnis des Vorjahres liegen, kündigte der Konzern am Dienstag in seinem Geschäftsbericht an. Ursprünglich hatte Fraport 2002 ein Ebitda von 504 Mill. ? erwirtschaftet, wegen der knapp 300 Mill. ? teuren Abschreibung verbuchte der Konzern am Ende jedoch einen Verlust von 120 Mill. ?. Für den Vormittag hat Fraport eine Bilanz-Pressekonferenz angekündigt.

Umsatzanstieg durch höhere Flughafenentgelte

Durch die Erhöhung der Flughafen-Entgelte am Frankfurter Flughafen seit Anfang 2003 um rund 2,5 % einschließlich Sonderleistungen dürfte der Umsatz des Konzerns steigen, prognostizierte Fraport. Auch bei den ebenfalls von Fraport angebotenen Sicherheitsdienstleistungen seien höhere Erlöse zu erwarten, da seit Jahresbeginn auch das eingecheckte Gepäck vollständig kontrolliert werde, ehe es im Frachtraum der Flugzeuge verstaut werde. Die Sachaufwendungen für das Genehmigungsverfahren zum Flughafenausbau und für die Grundsanierung der nördlichen Start- und Landebahn würden dagegen überproportional zum Umsatz steigen.

Ende März hatte die Fraport nach jahrelangen Querelen ihr problematisches Terminal-Projekt in der philippinischen Hauptstadt Manila abgeschrieben und damit 2002 einen Konzernverlust verbucht. Bereits 2001 hatte der Konzern 60 Mill. ? für sein größtes Auslandsprojekt abgeschrieben. Fraport hatte sich mit Investitionen und Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 383 Mill. Dollar in Manila engagiert.

Investitionen in Manila-Projekt schon länger gestoppt

Der Flughafenbetreiber hatte die Zuflüsse in sein größtes Auslandsvorhaben bereits Anfang 2002 gestoppt, nachdem die philippinische Regierung die Verträge von 1999 in Frage gestellt hatte und es bei Nachverhandlungen zu keiner Einigung kam. Später bemühte sich der Konzern monatelang um einen Ausstieg aus dem Projekt, das mit einer Vorgängerregierung vereinbart worden war. Fraport hält eine 30-prozentige Beteiligung an der Gesellschaft Piatco, die das Terminal für internationale Flüge praktisch fertig gestellt hat und später auch betreiben sollte.

Ohne die Sonderbelastung aus dem Projekt lag das Ebitda 2002 bei 504 Mill. ?, einschließlich der Sonderbelastung fiel ein Konzernverlust von 120 Mill. ? an. Fraport werde diesen Verlust durch die Auflösung von Kapitalrücklagen ausgleichen, kündigte Fraport-Chef Wilhelm Bender im März an. Fraport weise unter dem Strich keinen Bilanzgewinn aus und werde deswegen für 2002 keine Dividende ausschütten. Für 2003 sei diese aber wieder geplant. 2001 hatte Fraport noch einen Netto-Gewinn von 101 Mill. ? ausgewiesen. Der Umsatz stieg 2002 um 14 % auf 1,8 (2001: 1,58) Mrd. ?.

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