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25.01.2001

17:47 Uhr

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Orange wagt Börsengang

VonMichael Maisch

Eines ist schon heute klar. Der Börsengang der Mobilfunktochter Orange wird bei weitem nicht so viel Geld in die Kassen von France Télécom spülen wie einst erhofft. Nach der Übernahme von Orange aus den Händen von Vodafone im Vorjahr und der Verschmelzung mit dem eigenen Mobilfunkgeschäft hatten die Franzosen noch eine Bewertung von bis zu 150 Milliarden Euro ins Auge gefasst. Doch dann kam die große Telekomkrise, der Aktienkurs stürzte ab. France Télécom musste die Orange- Emission verschieben. Heute schätzen die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein, einem der Konsortialführer, den Wert von Orange auf 77 bis 87 Milliarden Euro.

FRANKFURT. Aber selbst diese Bewertung ließ sich am Markt nicht durchsetzen. Die Preisspanne liegt jetzt bei 11,50 Euro bis 13,50 Euro, gemessen daran wäre der Mobilfunkableger nur noch 55 bis 65 Milliarden Euro wert. Trotz des deutlichen Abschlags ist einigen Experten die Aktie noch immer zu teuer. Andere sehen dagegen recht gute Chancen für einen gelungenen Börsenstart der Mammutemission. Einschließlich der Wandelanleihe, die zusätzlich zu den Aktien im Angebot ist, hofft France Télécom auf Einnahmen von rund 13 Milliarden Euro. "Selbst am unteren Ende der Preisspanne wäre Orange noch nicht günstig", meint Frank Heise, Fondsmanager von Union Investment. Er hätte weitaus lieber eine Bewertung von um die 50 Milliarden Euro gesehen. Kaufen will der Fondsmanager allenfalls, wenn die Aktien am Ende nicht mehr als 11,50 Euro kosten. Die Analysten von Kant Vermögensmanagement sehen den Börsengang optimistischer. Sie raten den Anlegern bis zum oberen Ende der Preisspanne zum Zeichnen. Da die Privaten in den Genuss eines Rabatts von 0,50 Euro kommen, wird sie die Aktie maximal 13 Euro kosten. Zwar weist auch Kant darauf hin, dass Orange mit dem 30- bis 36fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen höher bewertet sei als der europäische Marktführer Vodafone. Doch rechnen die Analysten in den kommenden Jahren mit einer deutlichen Verbesserung der Gewinnmargen von Orange. Damit verschiebe sich die Bewertungsrelation zu Gunsten der Franzosen. Außerdem liege die France-Télécom-Tochter beim Verhältnis Marktwert zu Kundenzahl vor Vodafone. Damit sei Orange im Vergleich zu den Briten nicht zu teuer. Einen gelungenen Börsenstart hält auch Theo Kitz von Merck Finck & Co. für wahrscheinlich. "France Télécom wird den Preis so niedrig setzen, dass die Aktien gut weggehen", meint der Analyst. Damit hätten die Papiere auch nach der Platzierung zumindest kurzfristig durchaus noch Kurschancen. Privatanleger können Orange auch in Deutschland noch bis zum 8. Februar zeichnen. Am 12. Februar soll die Aktie dann an der Börse starten.

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