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27.01.2003

17:33 Uhr

Orientierung am deutschen Pfandbriefmodell

Depfa begibt erstmals irischen Pfandbrief

Die Staatsfinanzierungsbank Depfa plc wird im März als erstes Institut einen Pfandbrief nach irischem Recht begeben. Der erste so genannte Irish Asset Covered Security werde ein Volumen von mindestens 2 Milliarden Euro haben und werde im Globalformat begeben, teilte die Depfa am Montag mit. Die federführenden Banken seien Credit Suisse First Boston (CSFB), Deutsche Bank und Morgan Stanley.

Reuters FRANKFURT. "Wenn das Buch über 5 Mrd. Euro geht, sind wir auch bereit, eine Fünf-Milliarden-Anleihe zu machen", sagte Wally Höfer-Neder vom Treasury der Depfa. Die Depfa erwarte, dass der Irish Covered Bond wie auch die Pfandbriefe der Depfa über ein AAA-Rating der Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's verfügen wird. Weitere Details der Emission will die Depfa nach Abschluss von Werbeveranstaltungen für Investoren (Roadshow) bekannt geben, die bereits in der ersten Februar-Woche beginnen sollen. Da es sich bei Asset Covered Securities jedoch um ein neues Produkt handele, gehe man davon aus, dass die Investoren möglicherweise eine etwas längere Vorlaufzeit benötigten. Ziel sei es, mit der Emission Anfang bis Mitte März an den Markt zu gehen.

Die Anleihe wird über die Depfa-Tochter ACS begeben. Die Depfa rechnet damit, dass irische Pfandbriefe bis zum Jahresende rund 50 Prozent des geplanten Volumens von 8 Mrd. Euro des Depfa-Benchmark-Emissionsprogramms ausmachen werden. Im Rahmen der globalen Refinanzierungsstrategie der Depfa würden Irish Covered Bonds künftig den deutschen Pfandbrief ergänzen.

Das neue irische Gesetz zur Emission von Asset Covered Securities orientiert sich stark am deutschen Pfandbriefmodell, bietet allerdings einen höheren Investorenschutz. Dies könne der Depfa möglicherweise sogar einen Refinanzierungsvorteil gegenüber deutschen Pfandbriefen schaffen, sofern die Liquidität des Produktes garantiert werde, sagte Höfer-Neder weiter.

Das irische Pfandbriefrecht (Asset Covered Securities Bill) wurde erst Ende 2001 durch das Parlament verabschiedet, die entsprechende Verordnung im August 2002 unterzeichnet. Sie basiert auf deutschem Pfandbriefrecht, bietet Investoren aber etwas verbesserte Rahmenbedingungen. Unter anderem ist der Investor im Konkursfall des Emittenten besser geschützt, das Emissionsvolumen ist auf das 50fache des Kapitals des begebenden Institutes beschränkt und die Qualität des Deckungsstockprüfers muss besonders nachgewiesen werden.

Außerdem sind anders als beim deutschen Pfandbrief alle Aktiva aus dem europäischen Wirtschaftsraum deckungsstockfähig und können so zur Unterlegung irischer Pfandbriefes dienen. Den Investoren bietet sich damit eine Alternative zu deutschen Produkten, die im Deckungsstock vornehmlich auf deutsche, österreichische und französische Aktiva zurückgreifen müssen.

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