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20.01.2002

12:35 Uhr

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Palästinenser dementieren Bericht über Rücktrittsabsichten Arafats

Palästinensische Sprecher haben am Sonntag einen israelischen Medienbericht dementiert, wonach Palästinenserpräsident Jassir Arafat ernsthaft seinen Rücktritt erwägt.

dpa JERUSALEM/RAMALLAH. Der israelische Online-Nachrichtendienst "y-net" berichtete unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten ranghohen palästinensischen Vertreter, Arafat könnte in den kommenden Tagen in einer dramatischen Ansprache an sein Volk erklären, er wolle sein Amt niederlegen.

Arafats Sprecher Nabil Abu Rudeineh wies den Bericht jedoch als "psychologische Kriegsführung von israelischer Seite" zurück. Auch Arafats ehemaliger Berater Ahmed Tibi sprach von einem "schlechten Witz". Es sei vielmehr Israels Absicht, den demokratisch gewählten Präsidenten der Palästinenser zu verbannen.

"y-net" hatte berichtet, Hintergrund der angeblichen Rücktrittserwägungen Arafats sei mangelnde internationale Unterstützung. Nach dem blutigen Anschlag eines Palästinensers in Hadera, bei dem am Donnerstagabend sechs Israelis getötet wurden, habe Arafat die USA, EU, Jordanien und Ägypten vergeblich um Hilfe gebeten. Zu dem Überfall hatte sich eine militante Splittergruppe der Fatah Arafats bekannt. Israels Armee will daher in den kommenden Tagen massiv gegen Fatah vorgehen.

"In den letzten Tagen spricht Arafat immer mehr davon, er sei dem Paradies nahe und wolle als Märtyrer sterben", zitierte "y-net" den palästinensischen Vertreter. Ein Rücktritt Arafats würde zum Zusammenbruch der Autonomiebehörde und Anarchie in den Palästinensergebieten führen, meinte er.

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtete am Sonntag, Finanzberater Arafats seien dabei, ihm ein "Sicherheitsnetz" im Ausland vorzubereiten. Mit diesem Ziel hätten Mohammed Raschid und Fuad Schubaki Immobilien und Ölfelder verkauft. In Israel gehe man davon aus, dass sie damit den Weg für Arafat und seinen Umkreis ins Exil "auspolstern" wollten.

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