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20.01.2005

16:57 Uhr

140 000 Besucher im Fotomuseum

Vor einem Jahr starb Helmut Newton

Fast 140 000 Besucher wurden bisher im Berliner Museum für Fotografie gezählt, das die umfangreiche Sammlung des Starfotografen Helmut Newton besitzt.

HB BERLIN. Der in Berlin geborene Newton war vor einem Jahr am 23. Januar 2004 im Alter von 83 Jahren bei einem Autounfall in Hollywood ums Leben gekommen. Er wurde in einem Ehrengrab in seiner Heimatstadt auf dem Friedhof in der Stubenrauchstraße beigesetzt, wo auch Marlene Dietrich ihre letzte Ruhe gefunden hat.

Newton hatte zusammen mit seiner Frau June (Alice Springs) eine Stiftung gegründet, die mit der umfangreichen Fotosammlung im Juni 2004 im ehemaligen Landwehrkasino in der Jebensstraße am Bahnhof Zoo als „public-private-partnership“ zwischen der Helmut-Newton-Stiftung und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eröffnet wurde. Dafür wurde das Gebäude auf Kosten der Newton-Stiftung aufwendig renoviert und umgebaut.

„Ich bin stolz und glücklich, dass meine Fotos in meine Heimatstadt kommen, nicht nur die Nackten, auch alle anderen“, hatte Newton bei der Vertragsunterzeichnung für das Fotomuseum im Herbst 2003 gesagt. Newton freute sich, „wieder zu Hause zu sein“, in der Stadt, in der er mit seiner Familie vor den Nazis fliehen musste. Aus dem abfahrenden Zug am Bahnhof Zoo hatte er am 5. Dezember 1938 als Letztes jenes wilhelminische Gebäude gesehen, das jetzt seine Fotosammlung aufbewahrt.

Es sei seine Frau gewesen, „die mich schon lange in Richtung Berlin geschubst hat, obwohl die Arme kein Wort Deutsch spricht“. Deutschland habe er nie vermisst, betonte Newton, aber Heimweh nach Berlin plagte ihn immer. Auf die Frage, was mit den Fotonegativen seiner Sammlung wird, meinte Newton: „Solange wir beide leben, bleiben die Negative bei uns, wir brauchen sie zum arbeiten. Wenn wir abgekratzt sind, geht alles nach Berlin.“

Die Ausstellungen „Us and Them“, „Sex and Landscapes“ und „Helmut Newton's Private Property“ wurden von seiner Witwe und dem Stiftungsleiter Matthias Harder zusammengestellt. Die im November 2004 eröffnete dauerhafte Präsentation persönlicher Gegenstände von Helmut Newton illustriert die wichtigsten Stationen seines Lebens und der Entwicklung seines einflussreichen fotografischen Werkes.

Die Ausstellung beinhaltet unter anderem seine komplette Kameraausrüstung, frühe Fotografien, Notizbücher, seine Bibliothek und die eigenen Publikationen sowie zahlreiche Kondolenzbriefe von Politikern, Künstlern, Kollegen, Schauspielern, Modeschöpfern und anderen prominenten Persönlichkeiten, die Newton porträtierte. Ein Kondolenzbuch liegt bis heute auch für die Berliner Museumsbesucher aus und enthält inzwischen viele Tausend Eintragungen.

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