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15.03.2017

22:06 Uhr

45 Jahre „Der Pate“

„An offer you can’t refuse“

VonRüdiger Schmitz-Normann

Am 15. März 1972 startete das Mafia-Epos „Der Pate“ in den Kinos. Er gilt als einer der besten Filme überhaupt – das war jedoch nicht zwingend vorhersehbar. Zehn Fakten zeigen, wie sehr der Erfolg vom Zufall abhängt.

Der Regisseur und seine Hauptdarsteller bei einer Drehpause. picture alliance / PictureLux/Th

Francis Ford Coppola, Marlon Brando, Al Pacino

Der Regisseur und seine Hauptdarsteller bei einer Drehpause.

  1. Bei Produktionskosten von sechs Millionen Dollar spielte „Der Pate“ bis heute 245 Millionen Dollar an der Kinokasse ein.
  2. Francis Ford Coppola war nicht die erste Wahl als Regisseur. Produzent Robert Evans wollte Peter Bogdanovich – der allerdings ebenso absagte wie Sergio Leone, der die Mafia nicht verherrlichen wollte. Später drehte er sein eigenes Gangster-Drama: „Es war einmal in Amerika“.
  3. Während des Drehs beschwerte Coppola sich über den Wagen, der ihn zum Drehort brachte. Er und Evans wetteten: Wenn der Film mehr als 50 Millionen Dollar einspielen würde, würde Paramount ein neues Auto für ihn zahlen. Später kaufte Coppola eine Mercedes 600 Stretch-Limo und ließ den Verkäufer die Rechnung zu Paramount schicken. Der Wagen taucht in der Eröffnungssequenz von „American Graffiti“ auf. Trotzdem kein schlechter Deal für Paramount: Der Film rettete das Studio vor der Pleite.
  4. Für Brandos Rolle wurden auch Laurence Olivier, Ernest Borgnine, Edward G. Robinson, Orson Welles, Anthony Quinn, Don Ameche und George C. Scott gecastet. Auch Burt Lancaster wollte Don Vito spielen, wurde aber von Paramount abgelehnt.
  5. Brando war mit 47 Jahren eigentlich zu jung für die Rolle des Patriarchen. Zum Vorsprechen stopfte er sich Watte in die Wange. Bei den Dreharbeiten trug er dann eine Schiene vom Kieferorthopäden – die heute im Filmmuseum in Queens ausgestellt wird.
  6. Brando bekam 300.000 Dollar plus Prozente. Weil er Geld brauchte, verkaufte er seine Gewinnbeteiligung für 100.000 Dollar an Paramount zurück, noch bevor der Film in die Kinos kam. Aus Ärger über das entgangene Vermögen machte er keine PR-Arbeit für den Film und wollte auch nicht in „Der Pate 2“ mitspielen.
  7. Warren Beatty, Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Martin Sheen, David Carradine, Rod Steiger, Tommy Lee Jones, Alain Delon und Burt Reynolds sprachen für die Rolle von Michael Corleone vor. Bruce Dern, Steve McQueen, Paul Newman und James Caan wurden als Tom Hagen gecastet.
  8. James Caan sollte erst Tom Hagen spielen, dann Michael Corleone, schließlich Sonny. Ebenso wie Al Pacino und Diane Keaton bekam er 35.000 Dollar Gage. Auf der Premiere beschwerte er sich bei Evans: „Hey, you cut my whole fuckin’ part out!“ 45 Minuten seines Auftritts waren aus dem Film geschnitten worden.
  9. Das Einzige, was Robert Duvall jemals über seine Rolle als Tom Hagen sagte: „Sie hätten mir ein besseres Haarteil verpassen können.“
  10. Brando schickte die Indianerin Sacheen Littlefeather zur Oscar-Verleihung, die in seinem Namen wegen der schlechten Behandlung der Ureinwohner seinen Oscar für die beste Hauptrolle ablehnte. Auch Pacino boykottierte die Verleihung – weil er nur als Nebendarsteller nominiert war, obwohl er mehr Filmminuten hatte als Brando.

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