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26.01.2006

16:42 Uhr

56 Nominierungen

Osthoff-Vorschlag für Grimme-Preis abgelehnt

56 TV-Produktionen, Schauspieler und Fernsehschaffende hinter der Kamera können in diesem Jahr auf einen der begehrten Adolf-Grimme-Preise hoffen. Sie wurden von der Nominierungskommission aus rund 600 Vorschlägen von Sendern und Zuschauern ausgewählt. Keine Berücksichtigung fanden die Fernsehauftritte der Irak-Geisel Susanne Osthoff im „heute journal“ (ZDF) und bei „Beckmann“ (ARD).

Elke Heidenreich wird geehrt. Foto: AP

Elke Heidenreich wird geehrt. Foto: AP

HB MARL. Die Kommission wertete die Vorschlags-Begründung des Zuschauers, Osthoff habe sich den typischen, fest gefügten Projektionen der Medien von Menschen und Handlungen eindrucksvoll entzogen, als überzogen. Osthoff sei bei beiden Sendungen nicht „Herr des Geschehens“ gewesen, sondern habe einen außerordentlich verwirrten Eindruck gemacht und die Zusammenhänge einem breiten Publikum nicht darstellen können, sagte Kommissionschef Torsten Zarges.

Grimme-Direktor Kammann wertete den Vorschlag, der im „Tagesspiegel“ veröffentlicht wurde, sogar als „inszenierte Mediengeschichte“. Vorschlag und Bericht seien beide aus dem Umfeld der Zeitung gekommen. „Es hat uns drei Tage gekostet, das aufzuklären“, kritisierte Kammann.

„2005 war ein glänzendes Fernsehjahr mit hervorragenden Filmen“ lobte Grimme- Direktor Uwe Kammann bei der Vorstellung der Auswahl am Donnerstag in Marl. Enttäuscht zeigte er sich über die Sendezeiten von Informationsbeiträgen, die außerhalb des Hauptprogramms „versenkt“ würden. „Es gab und gibt ihn, den mutigen und gründlich recherchierenden Fernsehjournalismus.“ Das Spektrum reiche von einfühlsamen Porträts einzelner Schicksale bis zu brisanten Darstellungen und neuen Perspektiven bei politischen und gesellschaftlichen Skandalen.

Die Reportagereihe „Die Story“, die bei WDR und ARD spät abends läuft, erhielt dabei gleich fünf Nominierungen für Einzelberichte und eine sechste für die Autoren der Wirtschaftsgeschichte „Milliarden- Monopoly I und II“. Auch herausragende Fernsehproduktionen wie Heinrich Breloers „Speer und Er“ und Dieter Wedels Zweiteiler „Papa und Mama“ gehören zum Kandidatenkreis. Insgesamt entfielen 52 der 56 Nominierungen auf die öffentlich-rechtlichen Sender.

Freuen darf sich jetzt schon Elke Heidenreich. Dem Ruhrpott- Original wird die „Besondere Ehrung“ des Volkshochschul-Verbandes, des Stifters der Grimme-Preise, zuteil. Das 62-jährige Multitalent, das eigentlich aus dem hessischen Korbach stammt, habe im bisherigen Wirken eine besondere Vielseitigkeit unter anderem als Moderatorin, Autorin und Kabarettistin an den Tag gelegt. Als schwadronierende Metzgersgattin Else Stratmann aus Wanne-Eickel habe sie es bis ins ZDF-Olympiaprogramm geschafft.

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