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15.03.2011

08:44 Uhr

85. Geburtstag

Grimassen-König Jerry Lewis wird 85

Er war süchtig nach Applaus, und mit dem komischsten Gummi-Gesicht der Welt machte er Karriere: Heute wird Jerry Lewis 85 Jahre. Wie bei seinem großen Vorbild Charlie Chaplin sind seine Figuren immer zutiefst menschlich.

Der Mann mit dem Gummi-Gesicht: Für Slapstick war sich Jerry Lewis (hier als Plakatkleber Morty S. Tashman in "Der Bürotrottel") nie zu schade, aber seine Charaktere stellte er immer menschlich dar. Quelle: picture-alliance/ obsPicture Alliance

Der Mann mit dem Gummi-Gesicht: Für Slapstick war sich Jerry Lewis (hier als Plakatkleber Morty S. Tashman in "Der Bürotrottel") nie zu schade, aber seine Charaktere stellte er immer menschlich dar.

New YorkAls Jerry Lewis noch der kleine Joseph Levitch war, saß er immer in der ersten Reihe. Papa Danny Levitch, ein Nachtclub-Sänger, brachte mit seinem komischen Talent auf der Bühne den Saal zum Kochen. Sein Sohn, der nach eigener Aussage mit „Schminke im Blut“ aufwuchs, wurde sofort süchtig nach Applaus. Das war eindeutig aufregender als zur Schule zu gehen. Bereits mit 18 begann er als Alleinunterhalter durch die Clubs zu tingeln. Gestoppt hat ihn bisher niemand. Der amerikanische Grimassen-König feiert am Mittwoch (16. März) seinen 85. Geburtstag.

Dass er überhaupt so alt wurde, grenzt an ein Wunder. Lewis hatte schon Prostatakrebs, eine Magenblutung, einen Herzinfarkt, eine Wirbelsäulenfraktur und eine schwere Lungenkrankheit. Jahrzehntelang war er tablettensüchtig und 1982 für 17 Sekunden klinisch tot.

Seine Karriere startete er 1945, als er den neun Jahre älteren italo-amerikanischen Schnulzensänger Paul Dino Crocetti kennenlernte - der sich Dean Martin nannte. Sie waren das perfekte Duo: Der gut aussehende Martin in der Rolle des seriösen Charmeurs, Lewis als blödelnder Kindskopf und tollpatschiger Clown. Die Show der beiden schlug dermaßen ein, dass sie schon vier Jahre später sieben Auftritte am Tag hatten und 300.000 Dollar in der Woche verdienten.

In der ersten Hälfte der 50er Jahre waren Martin & Lewis damit das unschlagbare Komiker-Duo. „Sie waren wie Rockstars, bevor es Rockstars gab“, schrieb die „New York Times“ einmal. Und landeten damit im Olymp des Unterhaltungsgeschäfts: Von Charlie Chaplin holte sich Lewis Tipps für das Schneiden seiner Filme, und der alternde Stan Laurel erzählte ihm viele Abende lang von seinen Frauengeschichten.

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