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17.12.2014

14:04 Uhr

Achenbach-Prozess

Auch die Albrecht-Witwe soll aussagen

Im Prozess gegen Helge Achenbach sollen einige schwerreiche ehemaligen Kunden als Zeugen aussagen. Auch die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht ist geladen. Es geht um Millionenbetrug am deutschen Geldadel.

Kunstberater Helge Achenbach hatte am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt. dpa

Kunstberater Helge Achenbach hatte am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt.

EssenIm Millionenbetrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach sollen auch die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht und weitere reiche Kunden des Angeklagten aussagen. Babette Albrecht sei für den 19. Januar als Zeugin in das Landgericht Essen geladen, sagte Richter Johannes Hidding am Mittwoch.

Eine Anzeige der Kinder von Berthold Albrecht hatte Ende April die Ermittlungen gegen Achenbach ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 62-Jährigen vor, den 2012 gestorbenen Berthold Albrecht bei Kunst- und Oldtimerverkäufen um rund 23 Millionen Euro betrogen zu haben.

Als Zeugen hat das Gericht auch den Pharma-Unternehmer Christian Boehringer sowie ein Ehepaar geladen. Achenbach soll sie mit einem mitangeklagten Ex-Geschäftspartner bei Kunstverkäufen über die Beratungsfirma Berenberg Art Advice getäuscht haben. Dabei soll laut Anklage ein Schaden von weiteren insgesamt 1,8 Millionen Euro entstanden sein. Die Beratungsfirma war aufgelöst worden, nachdem Unregelmäßigkeiten bei den Geschäften Achenbachs aufgeflogen waren. Achenbach hatte Boehringer daraufhin entschädigt.

Kunstberater Achenbach: Millionengeschäfte mit dem Aldi-Erben

Helge Achenbach

Der Düsseldorfer Kunsthändler ist seit Jahrzehnten in der Kunstszene tätig. Er gilt als Erfinder der Kunstberatung.

Geburtsdatum

17. April 1952

Achenbach Art Consulting

Achenbach besitzt seine eigene Kunstberatung. Die Achenbach Art Consulting existiert seit knapp 40 Jahren und arbeitete bereits mit renommierten Künstlern wie Gerhard Richter, Jörg Immendorff oder Andreas Gursky zusammen.

Betrugsvorwürfe

Im Juni 2014 wurden Betrugsvorwürfe gegen den Kunstberater bekannt. Babette Albrecht, Witwe des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, soll Anzeige gegen Achenbach erstattet haben. Der Grund: „verdeckte Preisaufschläge“. Auch Christian Boehringer von dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim soll zu den Opfern Achenbachs zählen.

Sündenfall (1)

Achenbach verkaufte Bilder von Oskar Kokoschka. Dieser war ein österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne. Er wurde 1886 geboren und starb 1980.

Sündenfall (2)

Achenbach verkaufte Bilder von Ernst Ludwig Kirchner. Dieser war ein deutscher Maler und Grafiker und wird zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus gezählt. Er lebte von 1880 bis 1938.

Geschäftspartner

Achenbach machte Geschäfte mit Berthold Albrecht. Der Manager war einer von zwei Söhnen des Aldi-Nord Gründers Theo Albrecht. Berthold Albrecht lebte von 1954 bis 2012.

Geschäftsvolumen

Berthold Albrecht hat in nur drei Jahren mithilfe von Achenbach Kunstwerke und Oldtimer im Wert von rund 120 Millionen Euro erstanden.

Schaden

Die Staatsanwaltschaft geht im Zusammenhang mit den Albrecht-Geschäft Achenbachs von Betrug aus und hat einen Schaden von rund 23 Millionen Euro errechnet.

Achenbach hatte am ersten Prozesstag ein Teilgeständnis abgelegt. Er hatte eingeräumt, teilweise „unberechtigte Aufschläge“ bei den Kunstverkäufen an seinen Duzfreund Albrecht vorgenommen und auch die Preise auf Rechnungen eigenhändig nach oben manipuliert zu haben.

Erstmals wurden am Mittwoch Details zu den Ermittlungen gegen den bekanntesten Kunstberater Deutschlands bekannt. Der ermittlungsführende Kriminalhauptkommissar berichtete als Zeuge über die Durchsuchungen in Achenbachs Firmensitz in Düsseldorf. Die Büroräume seien parallel zur Festnahme am 10. Juni durchsucht worden.

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