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20.01.2015

11:19 Uhr

Achenbach verurteilt

19 Millionen Euro Schadenersatz für Aldi-Erben

Kunsthändler Helge Achenbach muss gut 19 Millionen Euro Schadenersatz an die Erben von Berthold Albrecht zahlen. Dazu hat ihn das Landgericht Düsseldorf verurteilt. Achenbach sei zu Aufschlägen nicht berechtigt gewesen.

Helge Achenbach: Der Kunstberater muss Millionen Schadenersatz an die Aldi-Erben bezahlen. dpa

Helge Achenbach: Der Kunstberater muss Millionen Schadenersatz an die Aldi-Erben bezahlen.

DüsseldorfDas Landgericht Düsseldorf hat den Kunsthändler Helge Achenbach verurteilt. Er muss Schadenersatz in Höhe von 19,36 Millionen Euro an die fünf Erben von Berthold Albrecht zahlen. Helge Achenbach und Berthold Albrecht hatten sich geeinigt, dass Helge Achenbach für den Ankauf von Gemälden und Skulpturen eine Provision in Höhe von fünf Prozent des Nettokaufpreises und für den Ankauf von Oldtimern eine Provision von drei Prozent des Nettokaufpreises erhalten sollte.

Ab 2007 erwarb der Kunsthändler dann 21 Kunstwerke zu einem Gesamtkaufpreis von 24 Millionen Euro und elf Oldtimer zu einem Gesamtkaufpreis von 48 Millionen Euro. Diese Kaufpreise habe er nicht in gleicher Höhe gegenüber Berthold Albrecht abgerechnet, sondern nach eigenem Ermessen einen Aufschlag vor genommen.

Damit habe Berthold Albrecht einschließlich Mehrwertsteuer für die Kunstwerke 33,65 Millionen Euro und für die Oldtimer 63,295 Millionen Euro an Achenbach gezahlt. Berthold Albrecht habe deshalb insgesamt 19,36 Millionen Euro zu viel gezahlt – 6,89 Millionen Euro für die Kunstwerke und 12,47 Millionen Euro für die Oldtimer.

Das Gericht stellte fest, dass Achenbach zu diesen Aufschlägen nicht berechtigt gewesen sei, weil er seinen Vertragspartner Berthold Albrecht nicht darüber informiert habe. Es sei lebensfremd und widersprüchlich, dass die Aufschläge Ausgleich für ein Rückgaberecht von Berthold Albrecht gewesen sein sollen.

In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es: „Hätte es ein Rückgaberecht für die Kunst und die Fahrzeuge gegeben, hätte der Unternehmer Berthold Albrecht seine Angehörigen bei fortschreitender Verschlechterung seines Gesundheitszustandes darüber informiert.“ Ein in das Ermessen von Achenbach gestelltes Recht zum Preisaufschlag habe die Absichten von Berthold Albrecht konterkariert.

Albrecht wollte die Einkaufspreise marktangemessen halten und nicht durch Nennung seines Namens in die Höhe treiben. Die 6. Zivilkammer führte aus: „Kein wirtschaftlich einsichtiger Mensch und erst recht nicht eine Unternehmerpersönlichkeit, wie sie der Erblasser gewesen ist, hätte sich auf eine solche völlig undurchsichtige Preisgestaltung eingelassen.“

Kommentare (8)

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Sergio Puntila

20.01.2015, 09:51 Uhr

...Noblesse oblige...

Und bei 19 Tacken freuen sich Aldilein und der Kunstmarkt.



Account gelöscht!

20.01.2015, 10:24 Uhr

Man mag ja von erfolgreichen Unternehmern oder Reichen halten was man mag....aber diese Bildmontage in dem der Daumen der Aldi-Erbin zugesprochen werden soll, ist schon einen bodenlose Frechheit und ist wieder einmal der Grün-Sozialistischen Medienstimmungsmache in Deutschland zu verdanken. Einfach nur noch pervers und perfide die Wahrnehmung der deutschen Medien und Politik von der Realität.

Herr stefan freudensprung

20.01.2015, 11:05 Uhr

FACIT: ich frage mich, konnte sich denn herr "ALDI" nicht ein oder gar 2 gutachter zum "DRÜBERSCHAUEN" leisten? bei solchen summen gehts nur so! wenn man sich ein "gebrauchtes auto" kaufen will und nichts vom zustand eines autos versteht, fährt man doch auch zur ÜBERPRÜFUNG zum ADAC, TÜV oder dgl. wer die 100 lappen (0,5%) nicht hat, ist selbst schuld. das gilt natürlich umso mehr für die "absolut undurchsichtige kunstszene", da mag es auch ein bißchen teurer sein! jetzt kann sich jeder selbst ausmahlen, wie ich geurteilt hätte. notfalls gibts aber auch vertrauenswürdige spenden-sammler, z.b. den "ADVENTSKALENDER der SZ".

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