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30.10.2014

20:36 Uhr

Alberto Giacometti

Frau auf dem Streitwagen schürt Erwartungen

VonBarbara Kutscher

Alberto Giacomettis hagere Bronzeskulpturen gehören zu den Trophäen des internationalen Kunstmarkts. Am 4. November wird bei Sotheby’s New York die Figur einer Frauengestalt auf einem Streitwagen versteigert.

Mindestens 100 Millionen Dollar erwartet Sotheby's für Alberto Giacomettis Skulptur "Chariot". Foto: Suzanne Plunkett Reuters

Mindestens 100 Millionen Dollar erwartet Sotheby's für Alberto Giacomettis Skulptur "Chariot". Foto: Suzanne Plunkett

New YorkDie am 4. November 2014 bei Sotheby’s ausgebotene Bronzefigur „Chariots“ von Alberto Giacometti weckt Erinnerungen an die denkwürdige Auktion von Februar 2010. Niemand hatte in London damit gerechnet. Innerhalb von acht Minuten kletterte damals der Preis für die dürre Bronzeskulptur „L’Homme qui marche I” (1960) von 12 Millionen auf 65 Millionen Pfund (103,7 Millionen Dollar). Ein knappes Dutzend Bieter, darunter auch der Hongkonger Immobilienentwickler Joseph Lau, hatten sich um die 183 Zentimter hohe, 1961 gegossene Rarität beworben. Die Skulptur, die Nummer 2 aus einer 6er-Auflage, war von Giacometti (1901-1966) ursprünglich als Teil einer Gruppe geplant worden. Sie sollte vor dem neuen Hauptsitz der Chase Manhattan Bank im New Yorker Finanzdistrikt stehen. Der Künstler führte den Auftrag jedoch nie aus.

Käuferin des damals teuersten Werks auf einer Auktion, so enthüllte kurz darauf Bloomberg News, war Großsammlerin Lily Safra (76), Witwe des libanesischen Bankiers Edmond J. Safra. Sie habe vorher schon erfolglos eine Figur dieser Serie im Handel verfolgt. Nun konnte sie bei Sotheby’s zugreifen.

100-Millionen-Zuschlag ein Ausreißer

Bis dahin hatte Giacomettis Auktionsrekord bei 27,5 Millionen Dollar gelegen. Soviel hatte im Mai 2008 Gagosian Gallery für die fast drei Meter hohe Bronze „Grande Femme Debout II”  mit dunkelbrauner Patina gezahlt (1/6, 1959/60, Guss 1960). Auch sie entstand im Zusammenhang mit der sogenannten Chase-Manhattan-Plaza-Gruppe.

Der 100-Millionen-Zuschlag vom Februar blieb bis jetzt ein Ausreißerpreis. Seither wurde nichts auch nur annähernd Vergleichbares erzielt. Ihm folgten aber weitere starke Auktionsergebnisse. So sprang im Mai desselben Jahres „Grande tête mince (Grande tête de Diego)“, die wichtige 65 Zentimeter hohe Büste von Giacomettis ältestem Bruder Diego, den er immer wieder porträtierte, weit über die Höchsterwartung von 35 Millionen Dollar auf 53,3 Millionen Dollar inklusive Aufgeld.

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