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16.10.2011

14:00 Uhr

Algerischer Autor

Sansal erhält Friedenspreis des Buchhandels

Boualem Sansal spricht aus, was viele Algerier denken: Er kritisiert offen die Missstände im nordafrikanischen Land. Für seinen Mut bekam Sansal nun den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen.

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 entgegen genommen. dapd

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 entgegen genommen.

FrankfurtDer algerische Schriftsteller Boualem Sansal ist am Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Sansal sei ein „unbändiger Erzähler“ und zugleich „gnadenlos hart im Urteil über die Habgier der Mächtigen“, sagte der Germanist Peter von Matt in seiner Laudatio in der Frankfurter Paulskirche. Die Würdigung Sansals soll auch ein Zeichen für die Demokratiebewegung in Nordafrika setzen.

Die Jury des Friedenspreises hatte Sansal ausgewählt, weil er zu den wenigen in Algerien verbliebenen Intellektuellen gehöre, „die offen Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen üben“. „Mit seinem hartnäckigen Plädoyer für das freie Wort und den öffentlichen Dialog in einer demokratischen Gesellschaft tritt er gegen jede Form von doktrinärer Verblendung, Terror und politischer Willkür auf.“

Peter von Matt verwies darauf, dass Sansals Bücher, „die so leidenschaftlich von Algerien handeln“, in seiner Heimat verboten sind. Zugleich würdigte er den Autor, der einen Tag vor der Preisverleihung 62 Jahre alt wurde, für seinen „mikroskopischen Blick“ und die historische Perspektive, die seine Bücher ganz und gar durchdringe. Sansal sei „ein unbändiger Erzähler, ein Satiriker von Rang, witzig und weise“, und er treibe „die offene Debatte der freien Geister voran“. „Er ist eine einzelne Stimme, die auf die langsame Gewalt der Literatur vertraut“, sagte von Matt.

Sansal ging in seiner Dankesrede auch auf die Volksaufstände des sogenannten arabischen Frühlings in Tunesien, Ägypten oder Libyen ein. Der ihm verliehende Preis zeuge von dem Interesse daran, „wie wir Völker des Südens versuchen, uns vom Joch unserer bösartigen und archaischen Diktaturen zu befreien“, sagte Sansal. Er sei überzeugt, dass am Ende des Weges die Freiheit stehen werde.

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