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26.01.2013

11:28 Uhr

Altägypten

Göttergleiche Schönheit

VonChristian Herchenröder

Wer sich als Sammler für altägyptische Werke interessiert, hat es schwer: Fälscher machen sich den abgegrasten Markt schamlos zunutze. Eine Ausstellung zeigt nun einige Originalwerke über Nofretete und Echnaton.

Ein Fund aus der Werkstadt des Tutmosis. Nofretete wird in diesem Werk nackt dargestellt. picture alliance / Eventpress He

Ein Fund aus der Werkstadt des Tutmosis. Nofretete wird in diesem Werk nackt dargestellt.

BerlinDer Bauch der Standfigur aus Kalkstein ist gewölbt. Sinnlich geformte Mundpartie, lang gestreckter Hals, kleine Brüste, fleischige Schenkel: der Kontrast von zierlichem Oberkörper und üppigem Unterleib ist ein Charakteristikum des Amarna-Stils. Er kennzeichnet die 40 Zentimeter hohe Standfigur der Nofretete, die in demselben Raum ausgegraben wurde, in dem im Dezember 1912 die berühmte Büste der Königin gefunden wurde. Der in der kurzen Regierungszeit das Pharaos Echnaton (1353-1336 v. Chr.) praktizierte Amarna-Stil pflegte einen radikalen Bruch mit dem idealistischen Pharaonenbild früherer und späterer ägyptischer Herrscherdynastien.

Dieser erotisch aufgeladene Stil war und ist bei Sammlern sehr begehrt. Doch der Markt ist nahezu leergefegt. Die wenigen als authentisch geltenden Stücke, die in den vergangenen Jahren versteigert wurden, hatten ihren Preis. Selbst stark fragmentarische Relikte der Amarna-Zeit wie der knapp acht Zentimeter hohe Torso der Nofretete mit Namenskartusche erlöste im September 2003 bei Christie's in Paris netto 160.000 Euro. Ein Jahr später wurde bei Bonhams in London ein 22,7 Zentimeter großer Ushebti (Grabstatuette) bei 190.000 Pfund zugeschlagen. Ein Ushebti mit der Inschrift "Empfange von Amun das Leben" erzielte im Dezember 2007 bei Christie's in New York brutto 169.000 Dollar.

Ein exzeptioneller, aus der der Regierungszeit des Echnaton-Nachfolgers Tutanchamuns stammende Ushebti des Priesters Mery-re, der auf 60.000 Dollar angesetzt war, wurde im Dezember 2010 bei Sotheby's für 290.500 Dollar zugeschlagen. Die Nachwirkungen der raffinierten Bildhauerschule der Amarna-Zeit sind auch in der 19. Dynastie noch evident. Immer wieder sind es gerade solche Objekte, die der Sammler ägyptischer Kunst den emotionsfreien Artefakten anderer Epochen vorzieht.

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Die Schwerpunkte liegen auf Skulpturen, Moderne und außereuropäischer Kunst.

Was der Markt nicht kann, leistet eine vorzügliche Ausstellung im Neuen Museum in Berlin. 100 Jahre nach dem Nofretete-Fund gibt sie mit 1.300 Exponaten exzellente Einblicke in Architektur, Handwerks- und Porträtkunst der Amarna-Epoche. Der charaktervolle Fundus aus den durch den Kunstmäzen James Simon finanzierten, ab 1911 durchgeführten Grabungen, der nach der offiziellen Fundteilung nach Berlin wanderte, bildet neben einzelnen Leihgaben aus New York und London das Hauptmaterial dieser Schau.

In seinem sechsten Regierungsjahr nahm Amenhotep IV den Namen Echnaton an und verlegte den Regierungssitz von Theben in die Wüstenregion Tell el-Amarna, wo die neue Stadt Achetaton (Lichtort des Aton) entstand. Schon zu Beginn seiner Regierungszeit hatte der Pharao der 18. Dynastie den als Strahlenkranz symbolisierten Sonnengott Aton zum alleinigen Gott erklärt, zu dem nur er und seine Frau Nofretete den direkten Zugang hätten.

Kommentare (1)

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Avedissalitis

26.01.2013, 13:53 Uhr

Die 18. Dynastie regierte nicht 1500 Jahre, sondern rund 260. Selbst das gesamte Neue Reich umfasst nur ca. 500 Jahre. Die ägyptische Kultur war zwar sehr dauerhaft, aber das ist des Guten doch ein wenig zu viel. ^^

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