Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2013

19:40 Uhr

Alte Graphik

Bildmagie in Schwarzweiß

VonChristian Herchenröder

Die alte Graphik hat noch mehr zu bieten als bewährte Klassiker. Das zeigt der Herbstkatalog des Frankfurter Kunsthändlers Helmut H. Rumbler. Vor allem unter den Künstlern des 18. und 19. Jahrhunderts sind noch Entdeckungen zu machen.

Philibert-Louis Debucourt: "Les Courses du Matin ou la Porte d un Riche", 1805 (14.500 Euro). (Ausschnitt) Helmut H. Rumbler

Philibert-Louis Debucourt: "Les Courses du Matin ou la Porte d un Riche", 1805 (14.500 Euro). (Ausschnitt)

Das Sammeln alter Graphik wird nicht unbedingt in den Auktionen gefördert, die ja zumeist von kuranter Ware leben. In die vielen Nischen und Sonderwege, die dieses Sammelfeld dem Graphikgourmet und dem Marktnovizen bietet, kann eigentlich nur der erfahrene Händler führen. Einer dieser Spezialisten mit über 40-jähriger Erfahrung ist der Frankfurter Helmut H. Rumbler. Er hat einen Herbstkatalog publiziert, der es an Gehalt und Spannbreite „in sich“ hat.

Da gibt es – um nur den Radius dieses Lagerkataloges anzudeuten – neben den Marktsäulen Rembrandt und Goya Blätter britischer Künstler des 18. Jahrhunderts, holländische Manieristen, deutsche Klassizisten, altdeutsche und altniederländische Meister, darunter die eminent rare „Frau mit dem Schleier“ von Jan Cornelisz Vermeyen, dem Hofmaler Karls V., für 74.000 Euro. Radierungen und Lithographien der Proto-Symbolisten Charles Meryon und Rodolphe Bresdin sind Paradebeispiele für Bildmagie und drucktechnische Feinarbeit, wie sie diese in den letzten Jahren unterbewerteten Meistergraphiker vor allem in den hier präsenten Frühdrucken zeigen (8.500 bis 15.000 Euro). Gesammelt werden sie jetzt wieder vor allem in Frankreich und der Schweiz.

Pause von Dürer

Für Dürer hat sich Rumbler nach den Dürer-Exzessen der Josefowitz-Auktion ( Christie's New York, Januar 2013) erst einmal eine Ruhepause verschrieben. Dafür sind als museumsverdächtiges Unikat der Kupferstich der Apostel Bartholomäus und Matthias des Meisters E.S. aus der Sammlung Otto Schäfer (60.000 Euro) und der hinreißende Abdruck des van Leyden-Kupferstichs „Die Jungfrau mit dem Kind in der Nische“ für 33.000 Euro präsent. Eine anonyme niederländische (oder deutsche) Vanitas-Allegorie mit der in Trompe l'oeil-Manier aus dem Fenster ragenden Kind, von der es nur ein weiteres Exemplar im Waldburg-Wolfeggschen Kupferstichkabinett gibt, hat bereits die Pariser Fondation Custodia erworben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×