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07.05.2014

09:12 Uhr

Alte Kunst

Sehnsucht nach Arkadien

VonSabine Spindler

Eine kleine südliche Ideallandschaft und erzählfreudige Genrebilder der Münchner Schule kommen demnächst bei Ketterer unter den Hammer. In der Sektion Alte Meister setzt das Münchner Auktionshaus mit Graphiken von Albrecht Dürer und Gerrit Pietersz die Akzente.

Joseph Wopfner: "Chiemseespiegel", spätes 19. Jahrhundert. Ketterer erwartet 5.000 bis 7.000 Euro. Ketterer Kunst, München

Joseph Wopfner: "Chiemseespiegel", spätes 19. Jahrhundert. Ketterer erwartet 5.000 bis 7.000 Euro.

MünchenFür die Kunststadt München war das 19. Jahrhundert eine glanzvolle Zeit. Das spiegelt auch das umfangreiche Angebot an süddeutscher Malerei der Ketterer-Auktion „Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts“ am 24. Mai in München wider.

Das bedeutendste Gemälde aus dieser Tranche ist Ferdinand Oliviers „Campagnalandschaft mit befestigter Stadt“ von ca. 1830. Ideallandschaften dieser Zeit besitzen inzwischen Marktseltenheit. Noch dazu, wenn der Künstler zu den namhaftesten Vertretern dieser Richtung zählt. Der in Wien und München tätige Olivier stand den Nazarenern nahe. Entscheidenden Einfluss auf ihn hatten allerdings die heroischen Landschaften Joseph Anton Kochs, wie auch in diesem kleinformatigen Gemälde Oliviers zu erkennen ist. Die untere Taxe für die klassische Szene mit ihrer sich weich und zugleich erhaben hinziehenden Landschaft und schroff aufragender Ortschaft beträgt 25.000 Euro.

Bayerisches Kolorit: "Beim Hufschmied im Gebirge" von Heinrich Bürkel, um 1850. Der Schätzpreis für das Gemälde beträgt 15.000 bis 20.000 Euro. (Ausschnitt) Ketterer Kunst, München

Bayerisches Kolorit: "Beim Hufschmied im Gebirge" von Heinrich Bürkel, um 1850. Der Schätzpreis für das Gemälde beträgt 15.000 bis 20.000 Euro. (Ausschnitt)

Szenisch prägnant und mit bayerischem Kolorit hat Franz von Defregger im Jahr 1900 ein weiteres Mal sein Gemälde „Die Werbung“ auf die Leinwand gebracht. Preislich führt diese Version nun mit einer Taxe von 40.000 bis 60.000 Euro die Offerte der jüngeren Meister an. Typisch süddeutsch, das trifft auch auf Heinrich Bürkels Gemälde „Beim Hufschmied im Gebirge“ von ca. 1850 zu. Es ist auf 15.000 bis 20.000 Euro taxiert. Besonders populär unter Sammlern der Münchner Schule sind die stillen Landschaften Joseph Wopfners. Sein atmosphärisches Gemälde „Chiemseespiegel“ von 1876 startet bei 5.000 Euro.

Rarer Probedruck

Auf Interesse aus Warschau zielt Ketterer mit dem Gemälde „Glückliche Kutschfahrt“ von Alfred von Wierusz-Kowalski. Mit seinen Szenen aus dem polnischen Landleben feierte der in München wirkende Maler zu Lebzeiten große Erfolge. Die in sanftes Abendlicht getauchte Landpartie von 1890/1900 wurde auf 30.000 bis 50.000 Euro geschätzt. Mehr als 100 Jahre war das monumentale Werk in rheinland-pfälzischem Familienbesitz und kommt erstmals wieder auf den Markt.

Aus einer baden-württembergischen Privatsammlung stammt eine Suite von Drucken satirischer Motive Honoré Daumiers. Das höchstdotierte Blatt darunter ist mit einer Taxe von 6.000 bis 8.000 Euro das gesuchte „A Travers les Atelier“ im sogenannten 1. Zustand von 1862. Um eine graphische Seltenheit handelt es sich im Falle von Carl Blechens Probedruck „Mühle bei Amalfi“ von 1830. Laut Katalogeintrag ist das Blatt mit einer Schätzung von 3.000 bis 4.000 Euro seit 25 Jahren nicht auf dem Auktionsmarkt nachweisbar.

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