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08.05.2015

20:49 Uhr

Alte Kunst

Ziemlich sicher von Schadow

VonChristiane Fricke

Van Ham hat für seine Frühjahrsofferte vor allem Kunst aus dem 19. Jahrhundert akquiriert. Das gilt für das Kunstgewerbe ebenso wie für die Malerei. Es gibt viel figürliches Porzellan, mit dem schwerpunktmäßig Bieter aus Russland, USA, dem Orient und Fernost angesprochen werden. Das Gemäldeangebot punktet mit einer Reihe interessanter Spätromantiker.

Ein beeindruckendes Porträt, das ziemlich sicher Wilhelm von Schadow zugeschrieben werden kann. Sein Pendant schuf vermutlich sein Schüler Christian Köhler. Quelle: Van Ham

Eufeubekränztes Mädchen

Ein beeindruckendes Porträt, das ziemlich sicher Wilhelm von Schadow zugeschrieben werden kann. Sein Pendant schuf vermutlich sein Schüler Christian Köhler. Quelle: Van Ham

KölnBei Van Ham liegen die Angebotsschwerpunkte des am 16. Mai 2015 ausgebotenen Kunstgewerbes auf dem Historismus, der Belle Époque und dem frühen 20. Jahrhundert. Aus mehreren Sammlungen speist sich das umfangreiche, insbesondere figürliche Porzellan, darunter ein reizvolles dreiteiliges KPM-Figurenensemble aus einem Hochzeitszug. Es sind Entwürfe von Adolf Amberg aus der Zeit zwischen 1904 und 1910. Eine Inderin mit Pfau liegt bei 3.000 bis 3.500 Euro, die Braut aus dem Hochzeitszug, die wie Europa auf einem mächtigen Stier mit grauer Fellzeichnung sitzt, bei 2.500 bis 3.000 Euro.

Van Ham-Experte Christoph Bouillon rechnet beim figürlichen Porzellan vor allem mit Interesse aus Russland, den USA, Großbritannien, China und dem Orient. Für Essgeschirr wie das aus 190 Teilen bestehende Meissen-Service mit reichem Blumendekor, Insekten und Goldrand (8.000 bis 10.000 Euro) können sich Chinesen aufgrund ihrer eigenen Esskultur nicht erwärmen.

Sturzbetrunken in St. Petersburg

Franzosen fliegen auf die Keramikentwürfe von Théodore Deck, der in Paris Ende des 19. Jahrhunderts tätig war. Ein Wandteller mit Hahn in markantem Türkis wird zu 1.000 bis 1.500 Euro und eine tiefblaue Balustervase mit türkisfarbenem Granatapfelzweig (um 1880) zu 3.000 bis 3.500 Euro ausgeboten.

Dieser Becher ist nur etwas für Trinkfeste: ein sogenannter Sturzbecher mit sehr qualitätvoller skulpturaler Montur. Er stammt aus St. Petersburg und ist in die 1880er-Jahre datiert. Quelle: Van Ham

Sturzbecher mit Neptunskulptur

Dieser Becher ist nur etwas für Trinkfeste: ein sogenannter Sturzbecher mit sehr qualitätvoller skulpturaler Montur. Er stammt aus St. Petersburg und ist in die 1880er-Jahre datiert. Quelle: Van Ham

Russische Käufer könnten sich für die vielen kleinformatigen, für hiesige Augen süßlichen Porzellangemälde interessieren. Potential hat ein prunkvoller Sturzbecher mit Neptunfigur aus St. Petersburg von 1885. Hersteller der Silbervergoldeten und geschwärzten Kombination aus Gefäß und Figur ist die geschichtsträchtige Firma Pavel Fjodorovitsh Sazikov (Taxe 3.000 bis 4.000 Euro).

Mit Seepferdchen Schaukeln

Deutsche Sammler präferieren frühes, klassizistisches und Art Déco-Silber. Auch historistische Silberskulpturen finden hierzulande Liebhaber. Wie etwa der 45 cm hohe Flügelalter mit Teilvergoldung aus Hanau (4.000 bis 6.000 Euro) oder die ebenfalls in Hanau entstandene große Mondsichelmadonna in der Art des Tilmann Riemenschneider (4.000 bis 6.000 Euro)

Einige qualitätvolle Möbel runden das umfangreiche Historismus-Angebot ab: ein zierliches kleines, um 1850 datiertes Kabinett (sogenanntes Bonheur du Jour Style Louis XVI) mit Signatur von Antoine Krieger ist auf 6.000 bis 10.000 Euro geschätzt, ein von Paul Sormani signiertes „Bureau Plat“ (Schreibtisch) im Empirestil von um 1870 auf 8.000 bis 10.000 Euro. Hingucker sind schließlich die Grottenstühle, die wohl in Venedig Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Der höchst taxierte, mit Meeresschlangen und Seepferdchen skulpierte schaukelt (8.000 bis 10.000 Euro).

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