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26.11.2011

13:02 Uhr

Alte Kunst

Zuschlag für einen Anonymus

VonChristiane Fricke

Das Kölner Auktionshaus Van Ham macht mit einem seltenen Bild der Romantik Furore. Beim Kunstgewerbe sind Golddosen, Schmuck und Silber die Renner.

Alexander Koester: „Enten am Ufer des Bodensees“ VAN HAM KUNSTAUKTIONEN KÖLN

Alexander Koester: „Enten am Ufer des Bodensees“

KölnHinter einer Blume saß Van-Ham-Chef Markus Eisenbeis, als er im Auftrag eines anonymen Bieters das letzte Gebot für ein rares kleinformatiges Bild aus der Frühzeit der Romantik abgab. Bei 740.000 Euro (915.000 inkl. Aufgeld) ließ Auktionator Reinhard Singer den Hammer auf das Pult knallen und genoss den spontan aufbrandenden Applaus.

Während des Bietkampfes war es ganz ruhig geworden im Saal. Die meisten deutschen Händler, die sich telefonisch für das tiefgründige Frühwerk Franz Pforrs mit dem Titel „Nächtliche Heimkehr“ interessiert hatten, stiegen bei 300.000 Euro aus, bis auf einen. Der aber musste sich einer amerikanischen Sammlerin geschlagen geben, die am Ende schließlich dem Anonymus unterlag. Ob sich hinter ihm ein einzelner Sammler oder ein Händlerring verbirgt, blieb vorerst ein Geheimnis. Der Bieter war derselbe Vermittler, der auch im Frühjahr für denselben Käufer bei Van Ham aktiv war.

Ausgeschlossen ist jedenfalls nicht, dass das Bild am Ende doch noch in eines jener Museen gelangt, die auf der Liste von Van Ham standen, wenn auch nur in Gestalt einer Leihgabe. Infrage kämen etwa die Alte Nationalgalerie in Berlin, das Behnhaus in Lübeck, die Hamburger Kunsthalle oder das Frankfurter Städel, in dem sich bereits drei von sechs bekannten Gemälden Pforrs befinden.

Das Kontrastprogramm zu dem ambivalent deutbaren Pforr-Bild lieferte anderthalb Stunden später das elfköpfige Entenbild von Alexander Koester. Als „schönes Malschwein“ hatte es der Experte und Auktionator Reinhard Singer bei der Vorbesichtigung bezeichnet und beim Aufruf als „ein ganz ausgezeichnetes spätimpressionistisches Bild“ angepriesen. Aus dem anschließenden Gefecht mindestens dreier Telefonbieter ging am Ende ein tschechischer Sammler mit 100.000 Euro als Sieger hervor. Damit nähert sich Koester langsam wieder dem Preisniveau der Achtziger, als in Deutschland bis zu 225.000 DM und in Amerika sogar einmal umgerechnet 475.000 DM erreicht wurden (Sotheby’s New York 1989).

Kommentare (1)

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26.11.2011, 13:52 Uhr

Dans la lumière...

La nuit vient
avec la douceur
d'un courant
de poésies, avec
la chanson qui
dort dans le
rêve en donnant
l'harmonie de la
fugitive neige.

Francesco Sinibaldi

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