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20.05.2014

12:50 Uhr

Alte Kunst

Zwei Städte, von See aus betrachtet

VonChristian Herchenröder

Ein Seherlebnis versprechen die panoramaähnlichen Meeresansichten, die bei Bassenge unter den Hammer kommen. Höhepunkt der bevorstehenden Auktionen sind jedoch die Zeichnungen des Architekten Hans Poelzig.

Antonio Jolis (1700-1777) Panorama der Stadt Neapel vom Meer aus (um 1740). Veduten vergleichbarer Qualität tauchen auf dem Kunstmarkt selten auf. (Ausschnitt) Bassenge 2014

Antonio Jolis (1700-1777) Panorama der Stadt Neapel vom Meer aus (um 1740). Veduten vergleichbarer Qualität tauchen auf dem Kunstmarkt selten auf. (Ausschnitt)

BerlinAuch wenn die Preise meist im moderaten vierstelligen Bereich liegen, ist die Sonderauktion mit dem zeichnerischen Nachlass des Berliner Architekten Hans Poelzig (1869-1936) am 30. Mai 2014 der eigentliche Höhepunkt der Frühjahrsauktionen bei Bassenge. Das Spektrum der über 100 Blätter nebst zeitgenössischen Fotos reicht von frühen, vom Jugendstil geprägten Studien über die expressionistische Hochzeit (zwölf Entwürfe für das Große Schauspielhaus Berlin, Bühnenbildentwürfe) bis zu den späten Berliner Großprojekten Messegelände und Haus des Rundfunks.

Am selben Tag werden Gemälde und Handzeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts versteigert. Das breite Angebot wird von zwei außerordentlichen Breitwandbildern in gleichem Format (66 x 175 cm) angeführt, die aus Berliner Privatbesitz stammen: Antonio Jolis Blick vom Meer auf die Stadt Neapel (um 1740) und Caspar van Wittels um 1720 gemalte Meeresvedute mit Messina. Beide sind auf einen Schätzpreis von je 240.000 Euro angesetzt.

Ausschnitt aus Caspar van Wittels Meeresvedute von Messina (um 1720), die wie Jolis Panorama auf 240.000 Euro geschätzt wurde. Bassenge 2014

Ausschnitt aus Caspar van Wittels Meeresvedute von Messina (um 1720), die wie Jolis Panorama auf 240.000 Euro geschätzt wurde.

Bei den Zeichnungen fallen über 20 Arbeiten dänischer Künstler aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. Die meist dreistellig taxierten Zeichnungen aus dem Nachlass des Münchner Mediziners Anton Strähuber haben ihren Schwerpunkt bei Meistern der Isarstadt.

Madonna mit Heuschrecke

Bei der für den 29. Mai eingereichten Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts handelt es sich wieder um die bewährte Mischung aus Raritäten der italienischen und niederländischen Altmeistergraphik und kurante Ware. Bellotto, Piranesi und Tiepolo sind stark vertreten. Von Albrecht Dürer gibt es zahlreiche Blätter unterschiedlicher Erhaltung, unter denen das breitrandige Exemplar des Kupferstichs „Die Madonna mit der Heuschrecke“ zur Taxe von 12.000 Euro das erstrebenswerteste ist.

Unter den 26 Rembrandt-Radierungen finden sich breitrandige Frühdrucke der biblischen Darstellungen „Triumph des Mordechai“ für geschätzte 18.000 Euro und „Christus und die Samariterin“ zum Schätzpreis von 9.000 Euro. Beim 19. Jahrhundert steht Karl Friedrich Schinkels bekannteste druckgraphische Arbeit, die Federlithographie „Kirche in gotischem Stil hinter Bäumen“, an vorderster Stelle (Taxe: 15.000 Euro).

Die moderne Kunst, die am 31. Mai unter den Hammer kommt, ist diesmal weniger herausragend bestückt. Im rund 300 Lose starken Katalog I fallen eine kleine, auf 40000 Euro geschätzte Ölstudie, eine Landschaft, sowie die Vorzugsausausgabe der 1919 von Ambroise Vollard publizierten „Douze Lithograhies“ von Renoir auf (15.000 Euro). 18.000 Euro werden für Gerhard Richters populäres Offsetblatt „Kerze I“ erwartet, 20.000 Euro für M.C. Eschers Lithographie „Teppauf, Treppab“ mit dem surrealen Treppengebäude.

In der am 4. Juni folgenden Fotografieauktion gibt es einen Sonderteil mit historischen Fotos der Jahre 1890 bis 1950, die das wirtschaftliche, kulturelle und politische Leben in China beleuchten. Im Hauptkatalog dominieren Porträts und Reisebilder.

Vorbesichtigung: Do. 22. bis Di., 27. Mai 2014 von 10 bis 18 Uhr, Mi. 28. Mai bis 17 Uhr

Auktionen:

Druckgraphik des 15. bis 18. Jahrhunderts: Do. 29. Mai, 10 Uhr
Druckgraphik des 19. Jh. & Miscellaneen: Do. 29. Mai, 15 Uhr
Gemälde Alter und Neuerer Meister: Fr. 30. Mai, 11 Uhr
Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts: Fr. 30. Mai, 14 Uhr
Landschaft & Arabeske: Die Sammlung Anton Strähuber: Fr. 30. Mai 2014, 17 Uhr

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