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31.01.2014

15:52 Uhr

Alte Meister

13,6 Millionen Dollar für Gebetbuch

VonBarbara Kutscher

Über 500 Jahre alt ist das sogenannte „Rothschild-Gebetbuch“ und illustriert von den besten Malern ihrer Zeit. Mit Aufgeld erzielte es auf Christie's Altmeisterauktionen etwas mehr als die untere Taxe. Es gab nur einen Bieter. Sotheby’s hatte Erfolg mit holländischer Malerei des „Goldenen Zeitalters“.

Der niederländische Maler Gerard David soll die liebliche „Madonna mit Kind auf der Mondsichel“ gemalt haben. Blick in das  "Rothschild-Gebetbuch", das Christie's für 13,6 Millionen Dollar versteigert hat. dpa

Der niederländische Maler Gerard David soll die liebliche „Madonna mit Kind auf der Mondsichel“ gemalt haben. Blick in das "Rothschild-Gebetbuch", das Christie's für 13,6 Millionen Dollar versteigert hat.

New YorkDas Starlos der New Yorker Auktionen von Alten Meistern, das sogenannte Rothschild-Gebetbuch, ein reich illustriertes Manuskript aus Brügge oder Gent (um 1505 bis 1510), das im 19. Jahrhundert in den Besitz des österreichischen Zweigs der Rothschild-Familie kam, bleibt das teuerste je versteigerte Manuskript. Christie’s konnte es am 29. Januar 2014 bei 13,6 Millionen Dollar brutto einem privaten Sammler am Telefon zuschlagen. Er war aber der einzige Interessent an dem von den besten Malern der Zeit ausgestatteten Buch. Erwartet hatte das Auktionshaus 12 bis 18 Millionen Dollar.

Lautenspielerin bleibt liegen

Christie’s „Anbetung der Hirten“ von Jacopo Bassano wurde vor der Auktion von einem Kurator des Metropolitan Museum als bestes Bild des 16. Jahrhunderts gepriesen, das seit den 1980er-Jahren auf den Markt gekommen sei. Ein Telefonbieter bestätigte die sehr hohe Taxe von 8 bis 12 Millionen Dollar und bewilligte 8,9 Millionen Dollar inklusive Aufgeld. Lange bewarb sich der Londoner Händler Jean Luc Baroni um Giandomenico Tiepolos unbeschwerte venezianische Landgesellschaft mit tanzenden Hunden „I Cani Sapienti” (um 1762). Er überließ das Bild bei 3,6 Millionen Dollar aber schließlich doch seinem Konkurrenten am Telefon. Dagegen blieb Artemisia Gentileschis dramatisch ausgeleuchtetes Selbstporträt als Lautenspielerin (um 1615) mit der Taxe von 3 bis 5 Millionen Dollar unverkauft. Händler bemängelten eine Überrestaurierung der Oberfläche.

Hoher Einsatz für holländische Malerei

Sotheby’s fuhr am 30. Januar besonders gut mit holländischen Gemälden des „Goldenen Zeitalters“ des 17. Jahrhunderts: Gerrit van Honthorsts fröhliches Trio mit schöner Lautenspielerin wurde vom  Londoner Händler Johnny van Haeften auf 7,6 Millionen Dollar gehoben. Geschätzt war es auf  2 bis 3 Millionen Dollar. Van Haeften gab mit 5,2 Millionen Dollar auch weit mehr als die anvisierten 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar für die schöne, 1600 entstandene Ernteszene Pieter Brueghels des Jüngeren aus. Stark umworben wurde die wieder entdeckte frühe „Verkündigung“  von El Greco (etwa 1570), die eine verlorene Komposition Tizians wiederholt. Sie wurde erst bei 5,9 Millionen Dollar zugeschlagen, weit über den geschätzten 1 bis 1,5 Millionen Dollar.

Sotheby’s: Old Master Paintings: 51,4 Millionen Dollar

Courts of Europe: 16,4 Millionen Dollar

Christie’s: Old Master Paintings I: 15,8 Millionen Dollar

Renaissance: 44,9 Millionen Dollar

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