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17.06.2014

12:24 Uhr

Alte Meister

Außerordentliche Herkunft stimuliert Nachfrage

VonBarbara Kutscher

Christie's Altmeisterauktionen in New York schließen mit dem bisher besten Juni-Ergebnis ab. Mit verantwortlich sind zwei restituierte Bilder aus ehemaligem jüdischem Besitz

Ausschnitt aus Caspar Netschers (1639-1684) Tafelbild einer Frau, die einen Vogel anlockt. Das kleinformatige Bild erzielte  in New York über 5 Millionen Dollar. Christie's Images Ltd. 2014

Ausschnitt aus Caspar Netschers (1639-1684) Tafelbild einer Frau, die einen Vogel anlockt. Das kleinformatige Bild erzielte in New York über 5 Millionen Dollar.

New YorkDie schläfrigen New Yorker Sommerauktionen Alter Meister, die das untere Marktsegment bedienen, machten bereits zwei Mal durch restituierte Werke Schlagzeilen. So auch am 4. Juni 2014 bei Christie’s. „Enthusiastische Nachfrage nach Bildern mit außerordentlicher Provenienz“, so erklärt Co-Abteilungsleiter Nicholas Hall das bisher beste Juni-Ergebnis, das die Erwartungen verdoppelte.

Zu den eingehämmerten 17,9 Millionen Dollar trug Caspar Netschers meisterhaft fein geschilderte „Dame am Fenster“ aus dem Jahr 1666 allein 5,1 Millionen Dollar bei. Drei Telefonbieter stritten sich um das auf  2 bis 3 Millionen Dollar geschätzte Bild einer in fein schimmernde Seide Gekleideten. Sie lockt mit einem Stück Keks einen exotischen Vogel; neben ihr auf der Fensterbrüstung liegt ein gefalteter, kostbarer Orientteppich.

Geldsegen für New Yorker Krankenhäuser

Netscher war bekanntester Schüler des holländischen Genremalers Gerard ter Borch und wie sein Lehrer schilderte er mit besondere Sorgfalt feine Stoffe. Nach 1670 wandte sich Netscher erfolgreich der einträglicheren Porträtmalerei zu. Das Bild machte bereits Anfang des Jahres Schlagzeilen, als das Wuppertaler Von der Heydt-Museum es an eine jüdische Erbengemeinschaft zurückgab. Dort hatte es seit 1952 als Geschenk des prominenten Barmer Unternehmers und Sammlers Rudolf Ziersch gehangen. Ziersch hatte das von den Nazis aus der Sammlung des jüdischen Ehepaares Hugo und Elisabeth Andriesse in Brüssel beschlagnahmte Bild nach dem Krieg im Kölner Kunsthandel gekauft. Nun kommt der Auktionserlös vier wohltätigen Organisationen, darunter zwei New Yorker Krankenhäusern, zugute.

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