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01.02.2011

14:24 Uhr

Alte Meister

Einsamer Bieter sorgt für Tizian-Rekord

VonBarbara Kutscher

Die Malerei der Alten bringt dem traditionsreichen Auktionshaus Sotheby's in New York starke Preise. Auch Sammler für zeitgenössische Kunst fühlen sich angesprochen. Private Bieter werfen Händler aus dem Rennen.

Tizians "Sacra Conversazione": Das Gemälde ging für 16,9 Millionen Dollar an einen europäischen Sammler. dpa

Tizians "Sacra Conversazione": Das Gemälde ging für 16,9 Millionen Dollar an einen europäischen Sammler.

NEW YORK. Sotheby's New Yorker Altmeister-Auktionen zauberten am 27. lange nicht gesehene Euphorie auf die Gesichter der Händler. „Phantastische Preise“, hörte man da. „Der Markt ist stark, das werden Sie in Maastricht sehen“, kommentierte auch Londoner Händler Johnny van Haeften.

Sammler für Zeitgenössisches bieten auf Alte Meister

Dank eines umfangreichen Angebots, das mit einigen umkämpften Leckerbissen aufwartete, hämmerte Sotheby's das zweitbeste Ergebnis für die Sparte ein. Alte Meister ziehen nun ein immer breiteres Publikum an, auch Sammler von zeitgenössischer Kunst finden sich ein. Das bestätigte auch die New Yorker Kunstberaterin Carol Strone, die eine der stets beliebten Phantasie-Küstenansichten von Claude-Joseph Vernet (1776) im Auftrag eines amerikanischen Kunden auf erstaunliche 7,03 Mio. Dollar hochbot (Taxe 1,5/2). Das Großformat stammt aus der Sammlung des kanadisch-britischen Verlegers Lord Beaverbrook und wurde nach einem endlich beigelegten langen Rechtsstreit mit der kanadischen Beaverbrook Art Gallery von der nun hochverschuldeten britischen Beaverbrook Foundation eingeliefert.

Private Käufer wählten kenntnisreich. Lange wurde um Joachim Wtewaels Adam und Eva kurz vor dem Sündenfall (um 1610) mit umfangreicher Tiermenagerie gekämpft. Bei der fein auf Kupfer gemalten Neuentdeckung unterlag van Haeften schließlich einem Telefonbieter bei 6,24 Mio. Dollar (800.000/1,2 ). Der Händler ließ schließlich auch die alte Frau am Spinnrad des Leidener Feinmalers Gerrit Dou zugunsten privater Konkurrenz aus Europa ziehen. 5,4 Mio. Dollar waren ein angemessener Preis für das seltene Bild in perfektem Zustand (Taxe 2/3 Mio. Dollar).

Millionen-Kauf des Metropolitan Museum

Geheimtipp der Auktion war eines der seltenen Gemälde des vor allem für seine Fresken berühmten Raphael-Schülers Pietro Buonaccorsi, genannt Perino del Vaga. Die übermalte und verschmutzte „Heilige Familie mit dem Johannesknaben“ (um 1530) machte für Uneingeweihte auf der Vorbesichtigung nicht viel her. In der Auktion kletterte sie jedoch unaufhaltsam auf 2,1 Mio. Dollar (Taxe 300/400.000). Käufer ist das Metropolitan Museum of Art, das bereits am Vortag in Sotheby's Zeichnungsauktion 782.500 Dollar für Pietro del Vagas große, detaillierte Tuschevorzeichnung für eine Tapisserie mit Jupiter und Juno ausgegeben hatte (600/800.000).

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