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06.12.2013

16:50 Uhr

Alte Meister

Erfolg für Fragonards Bravurmalerei

VonMatthias Thibaut

Das Londoner Auktionshaus Bonhams steht nicht gerade im Zentrum des Handels mit Alten Meistern. Doch mit der Versteigerung eines Phantasieporträts von Jean-Honoré Fragonard landete es einen Coup.

Mit flüssiger Ölfarbe kühn gepinselt: Fragonards Phantasie-Porträt von Francois-Henri d' Harcourt. (Ausschnitt) dpa

Mit flüssiger Ölfarbe kühn gepinselt: Fragonards Phantasie-Porträt von Francois-Henri d' Harcourt. (Ausschnitt)

LondonDie Londoner Altmeisterauktionen endeten Donnerstagabend mit einem Triumph für das Auktionshaus Bonhams. Jean-Honoré Fragonards  Phantasieporträt des François-Henri d’Harcourt aus der Sammlung Gustav Rau wurde das teuerste Altmeistergemälde des Jahres. Ausgerufen bei 8 Millionen Pfund kletterte das Bild in einem Zweikampf zwischen einem Telefonbieter und dem New Yorker Händler Adam Williams schnell auf die 15 Millionen Pfund, die Bonhams als Mindestschätzung angegeben hatte. Bei  15,2 Millionen wurde es dann dem anonymen Telefonbieter  zugeschlagen. Mit Aufgeld betrug der Endpreis 17,2 Millionen Pfund oder 20,5 Millionen Euro.

Fragonards 15 Phantasiebilder, von denen die meisten längst im Museum sind, gelten als Höhepunkte einer neuen, den Impressionismus vorwegnehmenden, schnellen und lockeren Bravourmalerei, mit denen der Franzose dem Vorbild des Niederländers Frans Hals folgte.

Bonhams’ Coup sorgt für Überraschung

Bonhams hatte im Oktober nach einer 30 Millionen Pfund Investition den modernsten Auktionssaal der Welt eröffnet. Bei dieser Auktion konnte er zum ersten Mal einem Weltpublikum vorgeführt werden. Nie hat Bonhams zuvor ein Altmeistergemälde dieses Kalibers versteigert und es hatte viel Rätselraten gegeben, wie Bonhams – nicht gerade das Zentrum des Altmeister-Auktionshandels – den Kampf gerade um dieses wichtige Altmeistergemälde des Dr. Rau gewinnen konnte. Rau hatte das Gemälde 1971 bei Sotheby’s für 340.000 Pfund ersteigert.

Die umfangreiche Nachlasssammlung des exzentrischen, auch in seiner Kunstauswahl oft erratischen Stuttgarter Industrieerben und Dschungelarztes wurde nach endlosen Rechtsstreitigkeiten um seine Testamente und Stiftungen der Unicef zugesprochen. Bei Sotheby’s war im Juli bei den Rau-Auktionen El Grecos „Der Heilige Domenikus im Gebet“ mit 9,2 Millionen Pfund das Toplos geworden.

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