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02.02.2016

08:14 Uhr

Alte Meister in New York

Zu aggressive Taxen auf einem schrumpfenden Markt

VonBarbara Kutscher

Die traditionellen New Yorker Altmeisterauktionen von Januar bestreitet in diesem Jahr allein Sotheby’s. Die Ergebnisse bleiben jedoch unter den Erwartungen. Abschreckende Wirkung entfalten die zu hohen Taxen. Den Gewinn der Offerte aus der Sammlung Taubman schmälert eine zu hohe Garantiesumme. Christie’s reagiert auf die Schwundprozesse des Marktes mit einem neuen gemischten Angebot im Frühjahr.

Nie wurde ein Altmeistergemälde in solcher Höhe garantiert. Abgesichert wurde die von Orazio Gentileschi geschaffene «Danaë» bis zu 30 Millionen Dollar. Erfolgreicher Bieter war das Getty Museum in Los Angeles, das bei Sotheby's in New York 30,5 Millionen Dollar (etwa 28 Millionen Euro) für das Barockbild einsetzte. Quelle: Sotheby's/dpa dpa

Zeus kommt in Gestalt von Goldmünzen

Nie wurde ein Altmeistergemälde in solcher Höhe garantiert. Abgesichert wurde die von Orazio Gentileschi geschaffene «Danaë» bis zu 30 Millionen Dollar. Erfolgreicher Bieter war das Getty Museum in Los Angeles, das bei Sotheby's in New York 30,5 Millionen Dollar (etwa 28 Millionen Euro) für das Barockbild einsetzte. Quelle: Sotheby's/dpa

New YorkDa hing sie in all ihrer kaum bedeckten nackten Pracht – direkt neben Sotheby’s Auktionspult. Trotzdem wirkte die schöne griechische Königstochter Danaë in der Interpretation des Caravaggio-Zeitgenossen Orazio Gentileschi eigentlich recht züchtig. Er glitt nicht wie viele seiner Kollegen ins Laszive, sondern schwelgte 1621 lieber in der Schilderung luxuriöser Stoffe vor dunklem Hintergrund.

Höchste Garantie für einen Altmeister

Das Bild der von Zeus in Gestalt eines goldenen Regens besuchten Danaë hatte seit 1977 über dem Sofa im Apartment des prominenten New Yorker Händlers und Sammlers Richard Feigen gehangen. Am 28. Januar 2016 lockte es als Top-Los zur New Yorker Altmeisterwoche. Die durch ein unwiderrufliches Gebot abgesicherte Taxe von 25 bis 35 Millionen Dollar, eine der bisher höchsten im Altmeisterbereich, forderte immerhin drei Bieter heraus, unter ihnen auch kurz Patti Wong, Chairman Sotheby’s Asia. Nach vier Minuten war jedoch alles entschieden. Bei 30,5 Millionen Dollar erhielt das J. Paul Getty Museum den Zuschlag, das sich vom New Yorker Privathändler Frederic Bancroft vertreten ließ.

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Die New Yorker Altmeisterauktionen enden mit gemischten Ergebnissen. Christie’s bekommt die Quittung für ein überteuertes und marktbekanntes Angebot. Sotheby’s ist mit intensiver Privatkundenpflege erfolgreich.

„Mit seiner anspruchsvollen Größe und dem wunderbar sinnlichen Sujet ist das Bild nach langer Zeit eines der wichtigsten barocken Gemälde auf dem Markt“, freute sich Museumsdirektor Timothy Potts. Und es kann auch das bereits 1998 erworbene Pendant „Lot und seine Töchter“ aus der ursprünglich dreiteiligen Dekoration Gentileschis für einen Genueser Palast ergänzen. Beide sollen demnächst gemeinsam ausgestellt werden.

Hohe Rückgangsraten

Bei den übrigen Losen kam bei teils sehr aggressiven Taxen nur selten Enthusiasmus auf. Von 61 angebotenen Werken wurden nur 31 zugeschlagen und brachten, unter der Erwartung, 53,47 Millionen Dollar ein. Einige Konkurrenz gab es um die marktfrische Madonna mit Kind von Sandro Botticelli und Studio (um 1490). Nach dem Aufruf bei 350.000 Dollar schraubte sie sich dank internationaler Beteiligung auf 1,33 Millionen Dollar hoch.

Dagegen griff der Londoner Händler Johnny van Haeften bei einem der selten gewordenen Werke des holländischen Architekturmalers Pieter Jansz. Saenredam zu. Die Ansicht des Rathauses von Haarlem mit dem Einzug des Prinzen Maurits (1618) kostete ihn die untere Erwartung von 3,01 Millionen Dollar. Trotz einer sehr ehrgeizigen Taxe von 4 bis 6 Millionen Dollar wurde auch Jacob Jordaens lange in einer Privatsammlung verschwundene Ölstudie „Der Heilige Martin heilt einen Besessenen“ (um 1630) weitergegeben. Der einzige Bieter, Händler Robert McClain aus Houston, zahlte im Kundenauftrag 4,73 Millionen Dollar für den Entwurf zu einem Altarbild im Benediktinerkloster St. Martin in Tournai.

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