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26.03.2012

11:02 Uhr

Alte Oper-Intendant Pauly

„Der Klassikmarkt steht vor einer Herausforderung“

Alte Oper-Intendant Stephan Pauly kennt die Probleme des Klassikmarktes: Große Musiker treten oft mit ähnlichen Programmen im ganzen Land auf. Gemeinsam mit den Künstlern sucht Pauly nach Lösungen.

Stephan Pauly, neuer Intendant der Alten Oper in Frankfurt. dpa

Stephan Pauly, neuer Intendant der Alten Oper in Frankfurt.

FrankfurtDie Thesen des Buches „Kulturinfarkt“ erhitzten die Gemüter der Kulturschaffenden. Auch der neue Intendant der Alten Oper Frankfurt, Stephan Pauly, „kann nicht erkennen, wo die Vorschläge für eine bessere Qualität sind“. In einem Punkt aber findet er die Debatte wichtig und richtig: „Es ist natürlich berechtigt zu fragen: Warum sieht das Angebot an vielen Orten gleich aus?“

„Der Klassikmarkt steht vor einer Herausforderung“, sagte Pauly im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: Die großen Künstler treten oft mit ähnlichen Programmen im ganzen Land auf. „Die Ununterscheidbarkeit ist schon ein Problem.“ Andererseits: „Man kann eben viele internationale Künstler und Ensembles nur hören, weil es die großen Tourneen gibt.“ Für Orchester und Solisten von anderen Kontinenten würden sich Reisen mit nur wenigen Konzerte nicht lohnen.

Als Programmmacher sei genau das für ihn „die entscheidende Frage“: „Wie kann ein Haus ein eigenes Profil entwickeln?“ Der seit dem 1. März amtierende Pauly will „zusätzlich zu bestehenden Konzertangeboten mit den Künstlern gemeinsame Projekte entwickeln“. Die meisten Künstler seien offen und dankbar dafür, Projekte abseits der „Mechanik des Klassikmarktes“ zu entwickeln.

Die „Kulturinfarkt“-Debatte rühre auch an die Frage, „Was ist die Aufgabe eines Konzerthauses und wozu sind Subventionen gut?“ Paulys Antwort: „Grundversorgung, Erreichbarkeit - und einen Kulturauftrag zu erfüllen, indem man ein Programm plant, das ohne öffentliche Gelder nicht möglich wäre.“ Gerade dafür aber bedürfe es der Subventionen: „Ohne Subventionen wären die Programme noch viel austauschbarer.

Von

dpa

Kommentare (1)

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ungefragt

26.03.2012, 12:17 Uhr

Auf Kosten der Allgemeinheit wird für eine kleine Gruppe "Kultur" subventioniert.

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