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04.02.2015

20:04 Uhr

Altmeisterauktionen New York

Schwacher Euro bremst europäische Bieter

VonBarbara Kutscher

Die New Yorker Altmeisterauktionen enden mit gemischten Ergebnissen. Christie’s bekommt die Quittung für ein überteuertes und marktbekanntes Angebot. Sotheby’s ist mit intensiver Privatkundenpflege erfolgreich.

Salomon van Ruysdael malte 1653 die Schlittschuhläufer auf dem zugefrorenen Fluss Lek. Im Hintergrund ist die Stadt Vianden dargestellt. Christie's erzielte 1,4 Millionen Dollar für das Ölgemälde.

Ruysdaels Schlittschuhläufer auf dem Lek

Salomon van Ruysdael malte 1653 die Schlittschuhläufer auf dem zugefrorenen Fluss Lek. Im Hintergrund ist die Stadt Vianden dargestellt. Christie's erzielte 1,4 Millionen Dollar für das Ölgemälde.

New YorkFür Christie’s brachten die wichtigen New Yorker Altmeister-Versteigerungen Ende Januar so schlechte Ergebnisse wie schon lange nicht mehr. In der Hauptauktion „Old Master Paintings“ setzte der Versteigerer am 28. Januar noch 2015 nicht einmal die Hälfte des Angebots ab. „Nicht überraschend“, kommentierten Händler. Das Angebot wimmelte von Bekanntem, Überteuertem und auch einigen zweifelhaften Zuschreibungen. Es gab es zuhauf italienischen Barock, der zurzeit offenbar gar nicht läuft und dazu bremste der schwache Euro europäische Beteiligung aus.

Besonders schlimm erging es dem Top-Los, ein Junge im weißen Hemd, das Christie’s als vielleicht frühestes Werk von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) beworben hatte. Dieser Zuschreibung stimmten aber nicht viele zu. Darüber hinaus hatte das Bild auch Erhaltungsprobleme. Bei einer Erwartung von 3 bis 5 Millionen Dollar hob kein einziger den Finger.

Duell um die Tochter des Duc d’Orléans

Besser lief es für frische Bilder, wie etwa die lange in einer europäischen Sammlung verschwundene, dramatisch ausgeleuchtete Folterszene mit dem Apostel Bartholomäus vom wenig bekannten Niederländer Matthias Stomer (um 1600 – nach 1652). Hier verdoppelte der US-Handel die untere Erwartung auf 845.000 Dollar.

Jean Antoine Theodore Girousts (1753-1817) elegantes großes Porträt vom Beginn der französischen Revolution „La Leçon de Harpe“ entfachte eines der wenigen, sich lang hinziehenden Bietduelle. Es zeigt Adélaïde, Tochter des Duc d’Orléans, bei ihrem Harfenunterricht und befand sich bis 1937 im Besitz des Hauses Bourbon-Orléans. Erst bei 1,4 Millionen Dollar konnte Olivier Moslay vom Dallas Museum of Art zugreifen. Die Taxe lag bei 500.000 bis 700.000 Dollar. Moslay wechselte 2009 vom Louvre nach Dallas und forstet dort langsam den Altmeister-Bestand auf.

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