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11.11.2011

18:29 Uhr

Anders Behring Breivik

Massenmörder soll persönlich vor Gericht

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik soll nun doch persönlich vor Gericht erscheinen. Bei seiner nächsten Anhörung über die Verlängerung seiner Untersuchungshaft werde er nicht bloß per Video zugeschaltet.

Anders Behring Breivik verlässt das Gericht in Oslo. dpa

Anders Behring Breivik verlässt das Gericht in Oslo.

OsloDas entschied das Oberste Gericht in Oslo und kippte damit zwei frühere Urteile. Wegen des immensen Sicherheitsaufwands hatte die Polizei gefordert, den 32-jährigen Rechtsradikalen und Islamhasser per Video aus dem Gefängnis zuzuschalten. In Oslo trat der nach den Attentaten in die Kritik geratene Justizminister Knut Storberget zurück.

Breivik hatte im Juli in Oslo eine Autobombe gezündet und Dutzende Teilnehmer eines Jugendlagers auf der Insel Utøya erschossen. Der Täter sei für die Anhörung und ein mögliches Aufeinandertreffen mit Überlebenden „geistig vorbereitet“, sagte sein Anwalt Geir Lippestad in der Online-Ausgabe der Zeitung „VG“. Kritik kam von Anwältin Mette Yvonne Larsen, die einige der Opfer vertritt. Breivik bekomme durch seinen persönlichen Auftritt „die Aufmerksamkeit, die er lange begehrt hatte“, sagte sie der Nachrichtenagentur NTB.

Die für den 14. November angesetzte Anhörung soll - anders als bisherige Termine - nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Der Prozessbeginn ist für den 10. April 2012 geplant. Breivik hatte zugegeben, am 22. Juli 69 Menschen auf der Insel Utøya erschossen und zuvor eine Autobombe im Osloer Regierungsviertel platzierte zu haben. Insgesamt 77 Menschen starben.

Derweil trat am Freitag Norwegens Justizminister Storberget aus privaten Gründen zurück. Storberget stand zuletzt wegen der Reaktion der Polizei auf die beiden Attentate unter Druck. Kritisiert wurde, dass bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte auf der Insel zu viel Zeit vergangen sei. Die bisherige Verteidigungsministerin Grete Faremo werde sein Amt übernehmen, erklärte Ministerpräsident Jens Stoltenberg.

Von

dpa

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