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30.01.2007

22:08 Uhr

Angst vor Attentaten

Pamuk sagt angeblich Deutschland-Besuch ab

Der türkische Literaturnobelpreisträger hat die Entscheidung einem Zeitungsbericht zufolge aus Angst vor Attentaten getroffen. Orhan Pamuk sieht sich demnach konkret gefährdet.

HB KÖLN. Der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk hat einem Zeitungsbericht zufolge aus Sicherheitsgründen kurzfristig eine Deutschland-Reise abgesagt. Pamuks deutscher Verlag bestätigte die Absage von Pamuks Auftritten in Berlin, Köln, Hamburg, Stuttgart und München, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete. Hintergrund sind demnach Drohungen gegen Pamuk im Zuge des Mordes an dem armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink. Offenbar sehe sich Pamuk konkret gefährdet.

Beim Münchner Hanser Verlag, der Pamuks Bücher in Deutschland verlegt, war am Abend niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Pamuk sollte an diesem Freitag in Berlin die Ehrendoktorwürde der Freien Universität erhalten.

Der mutmaßliche Drahtzieher des Mordes an Dink hatte erst vor wenigen Tagen vor einem türkischen Gericht gesagt: "Orhan Pamuk, seien Sie clever". Pamuk hatte wie Dink 2005 wegen "Verleumdung des Türkentums" in seiner Heimat vor Gericht gestanden, weil den Massenmord an den Armeniern in den Jahren 1915/16 erwähnt hatte.

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