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19.01.2010

09:57 Uhr

Antiken

Run auf die allerbesten Kunstwerke

VonBarbara Kutscher

Der Antikenmarkt hat massive Nachschubprobleme. Deshalb wird mit hohem Einsatz auf die wenigen erstklassigen Kunstwerke geboten. Vor allem Skulptur aus berühmten Sammlungen vervielfachte ihren Schätzpreis. Rückschau auf die letzten New Yorker Auktionen des Jahres 2009.

Beim vorletzten Verkauf hatte die Büste eines römischen Prinzen noch 136.000 Dollar gekostet. Jetzt war sie einem Sammler aus Europa 722.500 Dollar wert. Christie's

Beim vorletzten Verkauf hatte die Büste eines römischen Prinzen noch 136.000 Dollar gekostet. Jetzt war sie einem Sammler aus Europa 722.500 Dollar wert.

NEW YORK. Ein stetig kleiner werdender Pool von Antiken herausragender Qualität und ein starker Euro brachten den New Yorker Antikenauktionen einige ungewöhnlich hohe Zuschläge. Am 10. Dezember 2009 nahm Sotheby's für ein auf nur 102 Lose geschrumpftes Angebot 5,8 Mio. Dollar ein. Die sehr gut recherchierte Offerte sah nur 15 Rückgänge, nach Wert wurden sogar 96 Prozent erzielt. Bei Christie's gab es am folgenden Tag 8,3 Mio. Dollar für 160 Lose, Bieter sonderten hier 22 Prozent aus, nach Wert wurden 86 Prozent akzeptiert. Mit einem durchschnittlichen Zuschlagspreis von 64.575 Dollar schlägt Marktführer Sotheby's jedoch weiterhin die Konkurrenz (51.753 Dollar).

Europäische Bieter schlugen zu


Bei Christie's reisten sieben der zehn bestnotierten Stücke am 11. Dezember zurück nach Europa, darunter auch das Marmorporträt eines unbekannten römischen Prinzen der julisch-claudischen Dynastie (um 50 n. Chr.). Für den hübschen Jungen mit nicht ganz makelloser Oberfläche zahlte ein neuer italienischer Sammler 722.500 Dollar geschätzt waren nur 80.000 bis120.000 Dollar. Das Stück gehörte zur umfangreichen Einlieferung des Medizin- und Pharmaunternehmers Charles Newhall III. aus Baltimore. Den letzten Auktionsauftritt hatte das Kinderporträt im Oktober 1985, als Reste der Sammlung des Berliner Bankiers Wilhelm Horn versteigert wurden. Es hatte 78.000 Pfund (136.000 Dollar) gekostet. Auch der ungewöhnlich realistische lebensgroße Porträtkopf Kaiser Hadrians ging nun zu 578.500 Dollar nach Europa.

Bei Sotheby's setzte sich eine zwei Meter lange Marmorfront eines dionysischen Sarkophags der Severer-Dynastie zu 1,5 Mio. Dollar (Taxe 150.000 bis 250.000) an die Spitze. In die illustren Vorbesitzer reihen sich Kardinal Scipio Borghese und auch Emile Zola ein, der das Relief 1894 in Rom ankaufte und im gleichnamigen Roman beschrieb. 530.000 Dollar (Taxe 150.000 bis 250.000) verlangte auch die Bronzestatuette der Aphrodite Urania aus dem Besitz des berühmten Sammlers Henry Osborne Havemeyer (1847-1907). Havemeyers erlesene Kunstsammlung ist aufgegangen im Metropolitan Museum of Art in New York.

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