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22.01.2010

12:30 Uhr

Antiquitäten

Art déco und Comics, Antiken und Wandteppiche

VonOlga Grimm-Weissert

Von Angebot und Ambiente her, kann die Brüsseler Kunst - und Antiquitätenmesse BRAFA punkten. Sie präsentiert nahezu alle Sammelgebiete, und das meist zu Preisen unter 30.000 Euro. Die kunstbunte Traditionsmesse läuft über zwei Wochenenden bis zum 31. Januar.

Phoenix Ancient Art aus Genf biette in Brüssel ein iranisches Fruchtbarkeits-Idol (Ausschnitt) an, das 3000 Jahre alt ist. Phoenix Ancient Art

Phoenix Ancient Art aus Genf biette in Brüssel ein iranisches Fruchtbarkeits-Idol (Ausschnitt) an, das 3000 Jahre alt ist.

BRÜSSEL. Die 55. Antiquitätenmesse Brüssels Antiques & Fine Art Fair, Kurz BRAFA genannt, vereint vom 22. bis 31. Januar 117 internationale Galerien im Thurn & Taxis Gebäude. Etwa die Hälfte der Aussteller kommt aus dem Ausland. Die Besonderheit der BRAFA ist ihre kunterbunte Mischung sämtlicher Sammelgebiete. Stammeskunstgaleristen sind entsprechend der steigenden Nachfrage in diesem Jahr besonders stark vertreten. Daneben hängt moderne und zeitgenössische Malerei oder stehen Möbel von der Haute Epoque (vom 15. bis 17. Jahrhundert) bis zum Jugendstil, Art Déco und modisches Design. Wobei der Jugendstil wieder auffallend präsent ist. Der flämischen Tradition und Temperatur entsprechend gibt es viele Tapisserien sowie chinesische, ägyptische, griechische und iranische Objekte. Über kunstvoll verarbeitetes Silber, Malerei und Skulptur spannt sich der Bogen bis zur Gegenwart.

Die Preise auf der BRAFA liegen im erschwinglichen Bereich, oft unter 30.000 Euro. Für außergewöhnliche Objekte muss man zwischen 200.000 und 400.000 Euro rechnen. Die Millionengrenze übersteigen nur einige wenige Kunstwerke: etwa ein großes Ölgemälde aus dem Jahr 1986 von Pierre Soulages, das je nach Beleuchtung zwischen den schwarzen Querlinien violettes bis blaues Licht reflektiert. Der Pariser Pascal Lansberg setzt es mit optimistischen 1,2 Mio. Euro an.

Ein Tintin-Comic soll 3 Mio. Euro kosten


Das vermutlich teuerste Objekt dieser BRAFA ist das von Hergé 1934 gemalte Aquarell für das Titelblatt von "Tintin - Die Zigarren des Pharaon", das die Erstaussteller "Petits Papiers" aus Brüssel für völlig überzogene 3 Mio. Euro anbietet. Es gibt zwar nur fünf Aquarell-Titel von Hergé, aber der von Artcurial in Paris im Jahr 2008 erzielte Weltrekord liegt für ein vergleichbares Blatt bei 764.200 Euro. Also einem Viertel des Betrages, den die zwei kühnen Comics-Händler verlangen.

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