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20.01.2011

16:51 Uhr

Antiquitätenmesse, Brüssel

Attraktives aus allen Sammelgebieten

VonOlga Grimm-Weissert

Die Kunst- und Antiquitätenmesse BRAFA in Brüssel macht sich. Kunstfreunde finden hier Liebhabestücke und Kunst aller Epochen zu allen möglichen Preisen. Charme und Stärke der BRAFA liegen in der Vielfalt des Angebots.

Für Goldfische viel zu aufwendig: Steinitz verwartet 1,2 Mio. Euro für das Aquarium von Edourad Lièvre (Ausschnitt). Steinitz

Für Goldfische viel zu aufwendig: Steinitz verwartet 1,2 Mio. Euro für das Aquarium von Edourad Lièvre (Ausschnitt).

BRÜSSEL. Die 56. "Brussels Antiques & Fine Arts Fair" (BRAFA) bietet traditionelle, gediegene Qualität. 133 Aussteller aus fünfzehn Ländern, darunter fünf Deutsche, finden sich von heute bis 30. Januar in den langgestreckten Backsteinhallen der Thurn & Taxis-Gebäude ein. Zur Vernissage strömten etwa 4.000 Sammler und Interessenten aus den umliegenden Ländern zur BRAFA. Insgesamt erwarten die Belgier 40.000 Besucher in den großzügig und geschmackvoll gestalteten Räumen. Charme und Stärke der Brüsseler Messe liegen in der Vielfalt des Angebotes. Bunt gemischt sind Gemälde- und Antiquitätenhändler, Art Déco, Design, sowie Tribal-Art und Asiatika setzen Akzente.

Verkäufe bis 50.000 Euro

Die Stimmung war von Anfang an gut. Mehrere Händler berichteten sofort über Verkäufe im Bereich unter 50.000 Euro. "Die Qualität der Aussteller und des Angebotes wird in den zwei letzten Jahren deutlich besser", meint der junge Pariser Gemäldehändler Alexis Bordes, "was z.B. auch die erstmalige Teilnahme der Galerie Steinitz beweist". Bei Alexis Bordes hängt ein grüntoniges, hochformatiges Gemälde des surrealistischen Belgiers Marcel Delmottes, "Die mysteriöse Allee", für die Bordes 26.000 Euro erwartet.

Schildkröten am Aquarium

Steinitz, ein Zugang der Spitzenklasse, wartet seinerseits mit Holzvertäfelungen auf, wobei eine pistaziengrüne, mit Blumenranken und Spiegeln sogen. Boiserie aus dem 18. Jahrhundert besonders ungewöhnlich ist. Eines der Prunkstücke des Steinitz-Standes ist ein kugelförmiges Aquarium, das der gerade in Mode kommende Edouard Lièvre für die Weltausstellung des Jahres 1878 entworfen hat. Ferdinand Barbedienne hat es in Bronze gegossen und signiert. Zusätzlich zu den japanisierenden Ziselierelementen umringen Schildkröten das auf einem dazugehörigen Tischfuss stehende Aquarium, das Benjamin Steinitz mit 1,2 Mio. Euro ansetzt. Man kennt nur zwei Lièvre-Barbedienne Aquarien: das zweite befindet sich im Palais Topkapi in Istanbul.

Altes trifft auf Zeitgenössisches

Die Galerie Flore, Brüssel, die 18. Jahrhundert-Möbel mit Zeitgenössischem vermischt, bietet vier dreiarmige, vergoldete Bronze-Wandleuchter von Philippe Caffiéri an, der dieses Meisterstück 1770 für das Schloss des polnischen Königs in Warschau goss. Flores ganzer Stand wird von einem konvexen Spiegel unseres Zeitgenossen Hervé van der Straeten eingefangen und reflektiert, der 13.200 Euro kostet. Auch der Silberspezialist Bernard de Leye wartet mit einer Rarität des 18. Jahrhunderts auf. 7,5 Kilogramm wiegt ein silberner Weinkühler, den der Pariser Jean-Baptiste-Claude Odiot nach einem 1727 entstandenen Modell von Thomas Germain schmiedete. De Leye preist dieses Silberobjekt mit 220.000 Euro aus.

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