Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.10.2014

14:06 Uhr

ARD-Vorsitzender Lutz Marmor

Internet hat keinen Einfluss auf TV-Gewohnheiten

Internet verdrängt immer mehr das klassische Fernsehprogramm, so die eingängige Meinung. Doch laut dem ARD-Vorsitzenden Lutz Mamor ist dem nicht so. Er warnt sogar vor einer zu schnellen Anpassung an die kurzfristige Entwicklung.

Netflix wittert das große Geschäft in Deutschland. Die klassischen Fernsehsender bleiben jedoch gelassen. Die TV-Gewohnheiten würden sich mit den Internetdiensten weniger stark verändern als gedacht. ap

Netflix wittert das große Geschäft in Deutschland. Die klassischen Fernsehsender bleiben jedoch gelassen. Die TV-Gewohnheiten würden sich mit den Internetdiensten weniger stark verändern als gedacht.

MünchenDas Fernsehen verschmilzt nach Ansicht des ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor langsamer mit dem Internet als gedacht. „Die kurzfristige Entwicklung wird teilweise grob überschätzt“, sagte der Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) am Mittwoch zu Beginn der Medientage München. Für die TV-Sender bedeute das: „Nicht nur, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, sondern auch wer zu früh kommt. Denn das kostet dann auch enorm Geld.“ Trotz vieler neuer Konkurrenzangebote wie Internetplattformen und Online-Videos sei das Fernsehen in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. „Tatort“ und „Tagesschau“ seien weiterhin starke Marken, über die viel geredet werde.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1, Wolfgang Link, stimmte zu: „Die großen Shows werden immer noch zusammen geguckt. (...) Man verabredet sich noch zum Topmodel-Schauen.“ Das Live-Fernsehen werde wichtiger werden. „Die Menschen sehnen sich nach einer gewissen Gemeinsamkeit.“

Marktanteile der TV-Sender

Platz 1: ZDF

Das ZDF hatte 2013 einen Marktanteil von 12,8 Prozent.

Platz 2: ARD

Die ARD kommt auf 12 Prozent Marktanteil, bei der jungen Zielgruppe erreicht der Senderverbund eine Einschaltquote von 6,3 Prozent.

Platz 3: RTL

RTL hat mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent insgesamt weniger Reichweite als ARD und ZDF, liegt aber bei den jungen Zuschauern mit 13,3 Prozent vorn.

Platz 3: Sat 1

Sat 1 hat 8,3 Prozent Marktanteil, bei den 14- bis 49-Jährigen mit 9,2 Prozent etwas mehr.

Platz 4: Pro Sieben

Ähnlich wie RTL ist Pro Sieben vor allem bei den jüngeren Zuschauern beliebt: 5,5 Prozent Marktanteil insgesamt, 11,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Platz 5: Vox

Vox hat 5,3 Prozent Marktanteil (7,3 Prozent bei den Jüngeren). Der Sender gehört zur RTL-Gruppe.

Bis Freitag diskutiert die deutsche Medienbranche in München über die Lage und die Aussichten von Zeitungen, Sendern und Online-Medien. Die Medientage stehen unter dem Motto „Kein Spaziergang - Wege zur digitalen Selbstverständlichkeit“.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×